Band 
Achter Band.
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Zum Schlüsse hielt der Tribune noch eine Rede, worin er dieOrte lobte, welche sich dem römischen Volke zu Hülfe und Bei-siand erboten harren, und nachdem er noch einmal erklärt, seineGewalt rühre vom h. Geiste und von dem Papste her, wiederholteer die früheren Beschlüsse, Protcftarioncn und Vorladungen, underließ auch neue Gesetze. Zuerst sollten alle Einwohner der Orte,in welchen Cardinäle Besitzungen oder Titel hätten, das römischeBürgerrecht genießen und von jeder LehnSpflicht gegen Baronefrei sein. Ferner kein Kaiser, König, Fürst, Markgraf, oder wasimmer für einen Namen er führen möchte, sollte eS wagen, mitKriegSvölkern den Boden Italiens zu betreten, ohne ausdrücklicheZustimmung des Papstes und des römischen Volkes. Endlich sollerS Niemand in ganz Italien wagen, den Name» von Guelfenoder Ghibellinen zu gebrauchen, welcher schon so viel Zwist undUnheil in der Christenheit hervorgebracht habe. — Cola dünktesich selbst an diesem Tage ob des citeln Gepränges auf der hoch.sten Stufe seines Glückes. In frevelndem Uebermuthe verglicher sich mit Christus, welcher im dreiunddrcißjgsten Jahre seinesAlters nach Besiegung der höllischen Tyrannen und nach Befreiungder Seelen sieggckrönt in den Himmel aufgefahren sei; so habeauch er in einem ähnlichen Alter ohne Schwertstreich die Tyran.neu der Stadt besiegt, und habe sich jetzt als einziger BefreierdeS Volkes mit dem tribunizischen SiegeSkranzc krönen lassenwollen. Die frommen Leute, selbst unter den eifrigsten Anhän.gern deS Tribunen, erschrocken über solchem Uebermuth und ver-kündeten ihm die Strafgerichte GotteS"*).

Während aber in Folge dieser Vorgänge der Papst die Unter-statthalter ermähnte, die Besitzungen der Kirche gegen den Colazu bewachen und zu vertheidigen, wurde die Einleitung einesProzesses wider den Anmaßenden verfügt, der überdem mirgroßer Dreistigkeit und mit Trotz sich vertheidigte; dabei begannauch daS römische Volk zu murren über seinen unsinnigen kost.spieligen Prunk, und überhaupt sich nicht mehr so sicher fühlendin seiner Stellung, griff er zu dem unglücklichen Mittel, dieselbedurch Einfiößung deS Schreckens befestigen zu wollen. Zunächstfürchtete er die Barone, schon weil sie die Erfahrung im Kriegö.Handwerk vor ihm und seinen Anhängern auö dem Volke voraushatten, und er beschloß, sich ihrer mit Einemale zu entledigen.

D. B.

») Papencordr, A. a. O.Laut»/ Weltgeschichte. VIII.

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