Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

645

Alle mit dem Kopfe nach unten auf der Mauer des Stadthausesauf dem Capitale abmalen. — Cola selbst hatte sich bald aus demCastcl S. Angelo nach Civitavecchia geflüchtet, wo sein Neffedie Burg inne harte. Dieser übergab jedoch dieselbe den neuenGewalthabern, und Cola kam nach Rom zurück, wo er sich wiederin der EngelSburg, also wahrscheinlich bei dem ihm früher erge-denen Zweige der Orsini, aushielt. Sie dachten jetzt von ihremSchützlinge möglichst großen Vortheil zu ziehen, und der eine,Notar dcS Papstes in Avignon, wollte ihn dahin ausliefern, seinNeffe dagegen trat mit dem Todfeinde des Tribunen, dem Rai-nalds Orsini von Marina, in Unterhandlung, um ihn diesemfür ein bedeutendes Blutgeld zu verkaufen. Der jähe Tod beiderscheint den Cola von dieser Gefahr befreit zu haben, und er fingsogar wieder an, seine Gegner durch bildliche Darstellungen zubefehden"*). Er konnte jedoch bald die Erfolglosigkeit diesesVersuches inne werden, und so verließ er (Januar 1348) Rom,und hielt sich in der Umgegend oder im Neapolitanischen auf;das Gerücht ging, er habe sich zu König Ludwig von Ungarnbegeben, welcher in diesen Tagen in Neapel eingezogen war.Auf die Ladung des Cardinallegaten Albornoz in Monte Fias-cone stellte er sich nicht und ward aller Ehren und Würden fürverlustig erklärt, überdem wegen ihm zugeschriebener Irrthümerin der Lehre in den Bann gethan; Jedwedem, der den Gebann-ten bei sich aufnehmen würde, ohne ihn an den Legaten oder anden Papst zu senden, ward gleichfalls der Bann angedroht. Manglaubte eben um so entschiedenere Maßregeln ergreifen zu müssen,als in Rom das Volk bereits die Herrschaft des Tribunen zurück-wünschte und unter der kraftlosen Regierung der Senatoren diebisherige Sicherheit der Straßen aufgehört harre, Mordthatenund Gewaltthätigkeiten aller Art wieder an der Tagesordnungwaren. Jedenfalls hatten indeß, wenn auch der Tribun wirklichSchritte bei König Ludwig that, sie eben so wenig Erfolg wieVerbindungen, die er mit CondottieriS anknüpfte; denn wir findenihn mit Einemmale bei den, die Regel des h. Franziskuö auf'sStrengste befolgenden, Spiritualen genannten und den Ansichtender Fraticellcn jedenfalls nahe stehenden frommen Mönchen inder Nähe des Monte Majella, im rauhesten Theile der Apenninen.„Cola di Rienzo glaubte in seinem plötzlichen Sturze und in

') Papencordt, A. a. O.

D. B.