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zwar Sicherheit deS Lebens und Verzeihung für die früherenVergehen, weil er vertrauensvoll zu ihm gekommen sei, aber seineReden und Vorschlüge erschienen dem, wie wir gesehen, keines-wegs zu einer großartigen Auffassung der ghibellinischcn Ideengeeigneten, praktisch und nüchtern, ohnehin auch kirchlich gesinntenKönige und den Theologen am böhmischen Hofe so bedenklich undder katholischen Lehre entgegen, daß Karl den Tribunen, als derKetzerei verdächtig, an den Erzbischof Arncft von Prag zustrengem, aber anständigem Gewahrsam überantwortete und demPapste von dem Vorfalle Kunde gab. Cola'S Hinweisung aufdas Gerücht von seiner Herkunft und seine nahe Verwandt-schaft mit dem Könige, dessen Oheim er sich nannte, hatte keinenErfolg; ebenso wenig eine an den König gerichtete ausführlicheEntwicklung seines politischen und religiösen Glaubens und seineVersuche, die beiden einflußreichsten Männer am Hofe zu gewin-nen, den Erzbischof Arnest und Johann von Neumarkt,Domherr zu Breslau und Olmütz und nach deS ErzbischofS TodeKanzler von Böhmen; denn seine dargelegten Grundsätze überdie Stellung deS Papstes und der Prälaten konnten einem Mannenicht zusagen, der wie der Erzbischof sich stcts als einer der eis.rigstcn Vertheidiger deS apostolischen Stuhles in dessen Streitmit Ludwig von Bayern gezeigt hatte; vielmehr überzeugte die-sen die ausführliche und zum Theil vortreffliche Darstellung Cola'Snur um so mehr von dessen Irrthümern in Betreff der Lehre wieder Kirchenzucht und ließ ihm dessen Vorschläge als abenteuer-lich erscheinen. Er erfüllte daher des Papstes Verlangen, denCola nach beendigter vorläufiger Untersuchung nach Avignon zusenden (Juli 1351); vorher aber ward der Tribun öffentlich inder Präger Domkirche wegen seines Ungehorsams in GlanbenS-sacheu für einen Ketzer erklärt. „Niedrig und verachtet, so schreibtPetrarca, kam derjenige zum päpstlichen Hofe, welcher dieBösen auf dem ganzen Erdkreise zittern gemacht und erschreckt,die Guten aber mit froher Hoffnung und Erwartung erfüllt hatte.Er, den auch das ganze römische Volk und die Ersten der StädteItaliens geleiteten, schritt jetzt unglücklich einher, nicht in Kelten,aber von zwei Trabanten auf beiden Seiten bewacht, so daß ernicht entweichen konnte, während das Volk ihm entgegenlief, umdas Angesicht desjenigen zu sehen, dessen Name jüngst noch sogefeiert war. Er war von dem römischen Könige an den römi-schen Papst geschickt. O ein herrlicher Verkehr!" Und dem