Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

651

ro n i konnte sich gleichfalls nicht behaupten und ward von einemOrsini und dem alten Colonna vertrieben, die sich „Vertre-ter deS römischen Volkes nannten, um die Stadt zu regieren".Clemens VI that sie in den Bann, starb aber bald darauf,und das Volk, bedroht durch den Projekten Giov. de Vico,den ein Theil der Barone zum Herrn machen wollte, dabei durchdie herrschende Theuerung wüthend gemacht, erwählte endlich denFranceSco Baroncelli, bisherigen Schreiber dcö Senatö,zum Haupte, der sich „Zweiter Tribun der Stadt und erlauchterrömischer Consul" nannte; indessen, obgleich praktischer als Coladi Nienzi und strenge Gerechtigkeit handhabend, vermochtesich auch Baroncelli nicht zu behaupten und ward nach etwaviermonatlicher Regierung (Dezember 1353) in einem Aufstandegestürzt. Diese fortdauernden Unordnungen in Rom und demKirchenstaate bestimmten den neuen Papst Jnnocenz VI, denCardinal AegidiuS Albornoz, einen der ausgezeichnetstenStaatsmänner und Feldherren seiner Zeit, mit den unumschränk-testen Vollmachte» in weltlichen und geistlichen Dingen, nachItalien zu senden (Oktober 1353), um zunächst die VerhältnissedeS Kirchenstaats zu ordnen, dem er auch wirklich neue und festeGrundlagen gab. Cola di Nienzi war, von allen früherenVerurtheilungen und Censuren losgesprochen, dem Cardinal, wennauch noch unter Gewahrsam, zugegeben, damit sich dieser nachUmständen seines Raths und Beistandes bedienen konnte. Insolcher Weise machte Cola den Feldzug gegen den PräfekteuGiov. de Vico, der sich der wichtigsten Besitzungen der Kirchein TuScien bemächtigt hatte, mit. und dieser Feldzug nahm einenglücklichen Verlauf, aber der Cardinal traute dem Cola nicht,und ernannte ihn nicht zum Senator, als die Römer nach demSturze deS Baroncelli sich dem Papste wieder übergeben hatten.Da verschaffte sich Cola von den Brüdern deS gefürchteten Con-dotticre Fra Mo reale ansehnliche Geldmittel und vom letztemselbst Aussicht auf Beistand, und so ausgerüstet benutzte er neueverdächtige Bewegungen in Rom, um den Legaten zu bewegen,ihn zum Versuche zum Senator im Namen der römischen Kirchezu machen. An der Spitze von deutschen Söldnern zog er mitgroßem Gepränge und vom Volke jauchzend empfangen in Romein (1. August 1354), und hielt sofort auf dem Capitale eineglänzende Rede. Sieben Jahre sei er, wie einst Nebuchodonosor,von seiner Heimach fern gewesen, jetzt sei er durch die Macht