Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

659

niter-Orden und führte später, nachdem er den Orden verlassen,im Dienste des Königs Ludwig von Ungarn während der nea-politanischen Kriege eine Schaar Söldner. Er zeichnete sich sehraus und behauptete Avcrsa, auch nachdem die andern ungarischenHauptleute ihre festen Orte an die Königin Ioh an na übergebenhatten. Endlich mußte er mit Verlust seiner Schätze au§ demKönigreiche abziehen (1352) und ging nach Rom, wo er indie Dienste der Kirche trat und gegen den Präfekten (Giov. deVico) Krieg führte. Auch hier spendete ihm Jnnocenz VIreiches Lob für seine Kricgsthatcn, und ermähnte ihn, in treuerAnhänglichkeit an die Kirche, seine Mutter, zu beharren. AberFra Mo reale glaubte sich für seine Dienste nicht hinreichendbelohnt, da nicht einmal der Sold regelmäßig bezahlt wurde,und so ließ er sich von dem Präfekten bewegen, nach Ablauf dervertragsmäßigen Dienstzeit bei der Kirche, mit 400 Reitern inseine Dienste zu treten (1353) und mit ihm gegen Todi zu ziehen.AlS der Pra'fekt nun diese Stadt während 2 Monaten vergeblichumlagerte, und Fra Mo reale sah, daß sein neuer Soldherrnicht reich und mächtig genug sei, um ein großes Heer zu unterhal-ten, so trennte er sich von ihm und beschloß jetzt selbst ein Heerzu bilden, welches, ohne von einer Macht in Italien abzuhängen,doch durch sich selbst stark genug wäre, Allen zu widerstehen, undsich durch die Furcht und den Schrecken seines Namens nicht blosden Unterhalt, sondern auch Reichthum und Ansehen zu verschaffen.Der Duca Guarnieri hatte schon gezeigt, was ein bedeutendesSöldnerheer auf dem Boden Italiens vermochte, wo die Herrenund Städte kein eingeborenes, sondern nur fremdes KricgSvolkunterhielten. Fra Mo reale bildete dieses System nach demGrundsätze aus, welchen später auch Wallenstcin geltend machte,daß ein Heer von 50,000 Mann sich schon selbst zu unterhaltenvermöge. Jene Söldner, welche die Kriege in Italien führten,fielen ja ohnehin den Meistbietenden zu. Damals (Herbst 1353)waren gerade in der Lombardei, der Romagna, der Mark undToSkana eine Menge Söldner zu Fuß und zu Pferde ohne Dienst.Herrn, sie Alle beschickte Moreale, der schon allgemein den Rufeines tüchtigen Kriegsmaunes hatte, durch Briefe und Botenund versprach Denjenigen, welche zu ihm kommen würden, dieKosten der Reise für den Augenblick und reichen Sold für dieZukunft. Von allen Seiten strömte krieg, und beutelustiges Volkherbei, und schon im November hatte er 1500 geharnischte Reiter

42*