Band 
Achter Band.
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Durch solche Kriegführung verlor die italienische Nation imGanzen die kriegerische Tapferkeit in einer Zeit/ wo das Schwertherrschte. Ein käufliches Gesinde! gebot über Krieg und Frieden,und die Fehden endigten niemals, weil sie die Kräfte der Besieg-ten nicht erschöpften, denn diese konnten den Tag nach einergroßen Niederlage mit einem noch furchtbarern Heere auftreten,vorausgesetzt, daß sie die Mittel hatten, es zu bezahlen. Hattendoch die Condottieri selber ein Interesse dabei, die kleinen Staa-ten und deren Nebenbuhler nicht unterliegen zu lasse», damit derKrieg nicht aufhöre, ihre Quelle des Gewinnes nicht versiege lAlS die Florentiner den König Ladislaw nöthigen. wollten,dem heiligen Stuhl die ihm entzogenen Landschaften zurückzu-geben und er die Frage stellte: Was für Truppen habt ihr mirentgegenzustellen? antworteten sie: die deinigen.

Wir verweilen bei diesem Unwesen der Condottieri so lange,weil wir sehen werden, daß sich einige derselben sogar aus einenThron.schwangen und weil man hier deutlich wahrnehmen kann,wie die StaatSkunsi geleitet wird von der unsittlichen Macht desGoldes und Eisens, denn die italienischen Bandenführer begnüg-ten sich, wie die Deutschen, nicht mit der Ausplünderung vonFreund und Feind: bei ihnen gesellten sich zu der Beulesuchtdie auf Italiens Boden heimischen Leidenschaften; Parteihaß,Erbräche, der Ehrgeiz suchte sich Geltung zu verschaffen, wo jedermit Kühnheit zur Herrschaft gelangen konnte. Braccio daMontone, ein Exulirter aus Perugia, zog mit einem Heeregegen die Vaterstadt und machte sich zu ihrem Herrn. Pan-dolfo Malatesta herrschte in Brescia, Facino Cane inAlessandria, Ottobon Terzo in Parma. Und dafür, was dochdas sittliche Gefühl empört, für ihre im besten Falle selbstsüchti-gen Thaten erlangten diese Männer hohen Ruhm; dem Gatta-melata, dem Coleone u. A. wurden Statuen, Grabdenkmälererrichtet, selbst nachdem der Tod ihrer Furchtbarkeit ein Endegemacht hatte!

Die Visconti. — Bund von Viterbo. 1307.

Die käufliche Tapferkeit dieser Leute, die „den Finger auf-hebend mit dem Tode scherzten", wußten sich insbesondere dieVisconti zu Nutz zu machen, um zu einer Größe zu gelangen,die einem glücklichen Condottiere als Erbe zufallen sollte. Bar-nabo und Gal eazz o tt, die ihrem Oheim Giovanni gefolgt