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senschaft geneigt und stand auf vertrautem Fuße mit Petrarca,dessen Schmeicheleien ihm angenehm waren. Er stiftete die Bi-bliothek und Universität zu Pavia, welche Stadt er mit schönenBauten, auch einem Palast, zierte, „und wenn er in sonstigenDingen die mächtigsten Fürsten Europas übertraf, hierin über-traf er sich selbst" — sagt Petra real Jährlich verwandte erfür Almosen um seines eigenen und des Seelcnheilcs seiner An-gehörigen Willen 2531 Florenen in Silber, 210 Scheffel Waizcn,12 Karren Wein; außerdem unterhielt er 10 Kapellen und fasteteein Drittel des Jahres!
Eben so ehrgeizig und ein noch größerer Heuchler war seinSohn Gian Galeazzo (1378), welcher für 300,000 Fl. vomKönige von Frankreich, Johann dem Guten, die Hand sei-ner Tochter Jsabella und den Titel eines Grafen von Vertusin der Champagne erhielt, während Wenzel ihn zum kaiserli-chen Vikar in Lombardien ernannte. Seinen Oheim Barnabotäuschte er durch sein scheinheiliges Wesen, lockte ihn durch dasVorgeben einer Wallfahrt zu sich (1385) und schickte ihn auf daSSchloß Trezza, wo ihn der Zorn, wenn nicht Gift tödtete. Inseinem Schatze fand Gian Galeazzo 700,000 Goldgulden baarund sieben Wagenladungen Silber in Barren und Geschirr; erverwandte diese Reichthümer, um sich aller Besitzungen seinesHauses zu bemächtigen, wo er den Adel gedemüthigt, die Geist-lichkeit gewöhnt, zu den öffentlichen Lasten beizutragen, das Volkfast ohne eine Erinnerung an seine Freiheiten vorfand. Persön-lich feige, verfolgte er die weitaus sehendsten Pläne und wähltezu deren Verwirklichung die geeignetsten Werkzeuge. ES war auchseit Friedrich 11 kein Fürst so gefürchtet gewesen in ganzItalien, keiner, welcher der Unabhängigkeit der anderen Staatenso gefährlich gewesen wäre. Zunächst verband er sich mit denGonzaga, Carrara und Este, um das Land von der Plageder Abenteurerbanden zu befreien; Bartolomeo di SänSeverino wurde gegen sie ausgesandt, ein Banner führend mitder Inschrift Unx; jedoch bald ward diese FriedenSaufgabe wie-der aufgegeben wegen ehrgeiziger Projekte.
Die beiden jüngern Söhne jenes MaStino dellaScala,welcher nach Italiens Königskrone gestrebt hatte, hatten denältesten Bruder ermordet, waren dann unter sich in Kampf ge-rathen und der schwächere hatte sein gewaltsames Ende im Ker-ker gefunden. Die Greuel setzten sich fort unter den natürlichen