Band 
Achter Band.
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land! Bei den durch eine gute Verwaltung blühenden Finanzenhatten sie stets die Mittel zu Gebote, Anhänger in den anderenRepubliken zu gewinnen, Miethtruppen zu bezahlen, einflußreicheFamilienverbindungen zu schließen, kurz die unbeschränkten Her-ren im Lande zu spielen. Gian Galeazzo, der Gemahl einerfranzösischen Königstochter, vermählte (1389) seine Tochter Va-lentine dem Bruder des KönigS von Frankreich, mit einerMorgcngabe von 400,000 Goldgulden, außerdem Stadt und Ge-biet von Asti und einer Ausstattung an Schmuck und Geräthe,wie kein König dieser Zeit sie hätte geben können; bedenklichaber war, daß er seiner Tochter das Recht der Nachfolge beiErmangelung männlicher Erben zugestand. Den Augenblick hielter für günstig, um seine Würde auf eine mehr sichere Grundlage,als die Volkswahl war, zu stellen, und eine Summe von 100,000Florenen, die er vor den Augen des stets geldbedürftigen KaisersWenzel leuchten ließ, verschaffte ihm den HerzogStikcl (1395).Damit war die Vergewaltigung gewissermaßen rechtmäßig gemachtund die Städte des alten Lombardenbundes, denen ein Kaiser zuKonstanz die Freiheit zugesichert hatte, wurden von einem andernKaiser verkauft.

Gian Galeazzo, der wohl wußte, daß besser als die vonseinen Vorgängern angewandten „Backöfen" Festlichkeiten undGepräng daS Volk fesseln, ließ bei seiner Krönung in dieser Be-zichung Außerordentliches aufbieten, und „zu dem Schauspiele sovieler Feste fand ein Zulauf aus fast allen christlichen und sogarungläubigen Nationen statt, so daß nur Eine Stimme darüberwar, eS könne nichts Großartigeres gesehen werden (Corio)."Die guten Mailänder aber waren entzückt, einen Herzog zu haben,und noch dazu einen so splendiden. Die Deutschen jedoch warensehr ungehalten über Wenzel, daß er dieses Hcrzogthum aufUnkosten des Reiches geschaffen, und solche Minderung deS Reichesfiel schwer in's Gewicht bei seiner Absetzung. Der ReichSocrweser,Pfalzgraf Robert, mußte sich verpflichten, nach Italien zu ziehenund der Herrschaft der Visconti ein Ende zu machen (1400).Zu dem Behufe verband er sich mit dem Herrn von Padua, wäh-rend Florenz ihm ein Darlehen von 200,000 Fl. gab; er erschienmit einem tüchtigen Heere (1401), aber bei Garda schlug ihnFacino Cane mit den Truppen der Visconti, und nach wie.derholten vergeblichen Versuchen mußte sich Robert schimpflichentfernen. Lombardien blieb somit das Erbthcil einer Familie