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nahmen ihm seine Besitzungen ab/ bemächtigten sich seiner Personund waren seige genug, ihn hinrichten zu lassen. Während dessenverheerte Facino Cane die Gegend von Parma und Cremonabis nach Alcssandria hin, nahm Alberico da Barbiano demPapste Assisi und Bologna wieder ab, besetzte Pandolso Mala-tefta Monza und BreScia? das Volk ermordete vor den Augendes jungen HerzogS den Abi von St. AmbrosiuS; kurz wo manhinblickte, herrschte Wirrniß und Blutvergießen.
Dazu kam noch, daß Gian Maria sich zu der Partei der-jenigen schlug, welche die Härte seiner Mutter aufbrachte, sie zuMonza einkerkern und vielleicht ermorden ließ (1404); aber erselbst schien nach der sclbstständigen Ausübung der Gewalt nurgestrebt zu haben, um seinem Hang zur Grausamkeit freienLauf lassen zu können. Soldaten und Höflinge fesselte er an sich,indem er ihre Ausschweifungen ungeahndet ließ, aber gegen alleUebrigen wüthete er in maßloser Weise, so daß er sogar Hundehielt, die darauf abgerichtet waren, die ihnen bezeichneten Men-schen zu zerreißen. Bald brach daher ein allgemeiner Aufstandgegen diesen Wütherich aus. Faeino Cane und PandolsoMalatesta schlugen seine Söldner und belagerten ihn in Mai-land, um ihn zu nöthigen, sich mit bessern Räthen zu umgeben.Und obgleich er verboten hatte, daS Wort Frieden auSzusprechen,selbst in der Messe, mußte er doch endlich um Frieden bitten,sich verpflichten, seine Umgebung abzudanken, den Ghibellinen zuverzeihen und zwei Statthalter anzunehmen, von denen der eineauS jener Partei, der andere aus den Reihen der Guelfen gewähltsein sollte.
Facino Cane, der bereits dem Philipp die RegierungPavia's abgenommen hatte, gedachte nicht anders mit Gian Ma-ria zu verfahren; da er jedoch plötzlich in eine tödtliche Krank-heit verfiel, fürchteten die Mailänder und namentlich die Ghibel-linen wieder in die Gewalt dieses Scheusals zu gerathen; sieverschworen sich darum zur Ermordung deS HerzogS (1412). Amnämlichen Tage stirbt Facino und alsbald besetzen seine SoldatenPavia, um ein Unterpfand für ihren rückständigen Sold zu haben;der kühne Bastard Hector Visconti ergreift die Zügel derHerrschaft in Mailand; die Herren empören sich aller Orten, umihre ehemaligen Besitzungen wieder zu gewinnen. Aber PhilippMaria, der sich biö dahin gleichgültig verhalten und für unbe-deutend .gegolten hatte, entwickelt plötzlich eine außerordentliche