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Thätigkeit, um die väterlichen Staaten wieder unter seiner Herr-schaft zu vereinigen. Uebcrzeugt, daß er vor allem des Schwertesder Glückssoldaten bedarf, hcirathete er Beatrix Tenda, dieWittwe deS Facino, die ihm 400,000 Fl., unermeßliche Be-sitzungen, die Signoria in Tortona, Novara,Vercelli, Alessaudriaals Aussteuer bringt und die alten Anhänger ihres ersten Gattenihm zuführt. Mit deren Beistand verjagt er die Usurpatorenaus Pavia und Mailand, und vermöge seiner persönlichen umsich-tigen Klugheit so wie der glücklichen Wahl seiner Feldhauptleutegewinnt er nicht blos das väterliche Erbe vollständig wieder, son-dern vergrößert es sogar, indem er seine Herrschaft vom St. Gott-hard bis zum ligurischen Meer, von den Grenzen PiemontS biszu denen deS Kirchenstaats erstreckt.
Nicht blutdürstig wie sein Bruder, aber düstern und mißtraui-schen Wesens, verstand er eS trefflich, seine eigenen Gedanken undAbsichten zu verbergen, dagegen Andere auszuforschen; kaum hatte' er einen Vertrag geschlossen, alö er ihn alSbald brach, um neueUnterhandlungen anzuknüpfen. Heute stürzte er, wen er gesternerhoben hatte, und argwöhnisch gegen alle Welt wußte er nichtsweniger zu verzeihen, als empfangene Wohlthaten. Von vorne-hcrein vcrnachläßigte er seine Gemahlin, der er doch alles ver-dankte, einer Geliebten wegen, und um sich ihr.er gänzlich zu ent-ledigen, verschonte er ihre Ehre nicht und sandte sie unter derBeschuldigung deS Ehebruches auf's Schaffst. Gegen die her-vorragendsten Feldhanptleute bediente er sich bald der Schmeiche-leien, bald der Drohungen, gewinnender Huld und arger Hinter-list, während nur erbärmliche Rathgebcr und elende Speichellecker,die seinen unendlichen Leidenschaften bereitwillig Vorschub leisteten,seiner Geliebten und feinem Astrologen blindlings Vertrauenschenkte.
Franeesco Busone, unter dem Namen Carmagnolaals einer der ausgezeichnetsten Condottieri bekannt, durch seinSchwert von niederem Stande zu den höchsten Ehrenstufen auf-gestiegen, war bereits dem Gian Maria eine mächtige Stützegegen dessen Feinde gewesen und leistete nun dem Philipp nichtminder ersprießliche Dienste; er unterwarf ihm Lodi, Crema undPiacenza, bewog Malatesta, ihm Brescia und Bergamo zuverkaufen, den Gabrino Fondulo, Cremona, den Nicolod'Este, Parma abzutreten, und vertrieb aus Como die Rusca,welche sich der Signoria dieser Stadt wieder bemächtigt hatten.