Band 
Achter Band.
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Dieser tapfere Feldhauptmann war zum Grafen erhoben und inGeld und Gut so reichlich ausgestattet worden, daß er ein Ein,kommen von 40/000 Gulden bezog. Mochte nun Philipp ge-neigt sein/ das dem Grafen eher aus Nothwendigkeit denn ausGroßmuch und Dankbarkeit Gegebene wieder an sich zu ziehen,mochte derselbe sich nicht für hinreichend belohnt halten im Ve»gleich mit Sforza Attendolo und Braccio, die unabhän-gige Signorien erlangt hatten, jedenfalls begannen beide miteinander zu grollen und Carmagnola sagte sich endlich völligvom Herzog los, und bald ging er mit seinem zahlreichen Heereund seinem Ruhme, der mindestens eben so viel werth war, inden Dienst von Florenz über; alsbald brachte er aus Rache gegenseinen bisherigen Herrn ein Bündniß zu Stande (1426) zwischenVenedig, dem Markgrafen von Ferrara, dem Herrn von Mantua,den Sienescn, den Herzogen von Savoyen und Montferrat, denEidgenossen und dem Könige von Aragonien.

Philipp aber gelang eS, Zwietracht unter den Bundesge-nosscn zu stiften und er schloß hierauf zu Ferrara durch Vermitt-lung des Papstes einen Frieden mit Venedig, dem er BreSciaund acht Burgen am Oglio abtrat. Da aber durch diesen un-ehrenhaften Vertrag Mailand fast schutzlos blieb, bot der Adeldem Herzoge 10,000 Reiter und eben so viel Fußvolk an, umden Krieg wieder zu beginnen; Philipp that dies, indem erauch noch die von den Venetiancrn entlassenen Soldtruppen inseinen Dienst nahm, aber er wurde bei Maclodio von Carmag-nola geschlagen (1427). Neue Friedensschlüsse und abermaligeKriege folgten nun auf einander in raschem Wechsel, gemäß derWankelmüthigkeit Philipps und dem Heerwesen der Zeit.

Durch alle diese Dinge war Italien in einer Lage, daß eSweder im Kriege Ruhm ärndten, noch im Frieden Ruhe erlangenkonnte. Alle Kämpfe wurden nur von den Soldtruppen geführtund deren Anführer, die Condottieri, standen alle im Einver-ständniß mit einander, so daß sie sich sicherlich keinen großenSchaden zufügten. — Bei Maclodio geriethcn 8000 SoldatenPhilipps in die Gewalt des Carmagnola, der sie als Was.fengefährten behandelte und wieder encließ, so daß sie zum Her-zoge zurückkehrten, ohne mehr verloren zu haben als Rüstungenund Waffen. Die argwöhnische Regierung VenedigS glaubte je-doch auü diesem Verfahren auf ein geheimes Einverständniß mitdem Herzoge schließen zu müssen, und wurde bestärkt in diesem