Band 
Achter Band.
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Verdachte, als die mailändische Flotte die venetianische auf demPo zerstörte (1431); man schrieb dem Carmagnola diesen Un-fall zu und beschloß, sich seiner zu entledigen; aber eS war keineleichte Sache, eines Feldherrn mitten in seinem ergebenen Heeresich zu bemächtigen. Er wurde daher nach Venedig eingeladen,unter dem Vorwande, daß man seines Raths und seiner Erfah-rung bedürfe; man erwies ihm alle möglichen Ehren, dann aberward er verhaftn auf Befehl der Zehn, im Geheimen abgeurtheiltund hingerichtet (1432). Die später veröffentlichten Prozeßaktenergaben keine Gewißheit der Schuld, wohl aber Vcrdachtgründe.

Philipp, zwischen Haß und Freundschaft schwankend, einhochmüthiger und zugleich ein zitternder Despot, fuhr fort zuheucheln und BöscS zu sinnen. Der Kaiser, der mit Venedigwegen dessen- Erwerbung von Zara in offenem Hader lag und indie Mark Treviso eingefallen war (1413), benutzte diesen Anlaß,um, wenn auch ohne Heer, nach Lombardien zu kommen, auf'sBeste aufgenommen von den kleinen Tyrannen. Zu Crcmona be-stieg er in Gesellschaft dcö Papstes den alten Schloßthurm (tor-rurro), um die unbeschränkte Aussicht über die lombardische Ebenezu genießen*). Der Kaiser empfing zu Cantsi die HuldigungdeS Philipp Maria, der ihm jedoch nicht gestattete, Mailandzu betreten, und setzte kaiserliche Vikare ein, mit welchem Titeldie Ghibellinen sich gerne schmückten, um damit ihren Vergewal-tigungen den Anschein von Rechtmäßigkeit zu geben. — GeraumeZeit nachher entschloß sich Karl, gelangweilt von den ewigenWirren in Deutschland und in seinem Stammlande, zu einemzweiten Zuge über die Alpen; da er aber diescSmal (1431) nachdem Beispiele seiner Vorgänger einen feierlichen Römerzug haltenwollte, erschien er in Mailand mit 2000 Reitern, die ihm übri-gens mehr zum Gefolge als zur Vertheidigung dienen sollten.

*) Dabei diente ihnen Gabrino Fondulo zum Führer und dieser ge-stand auf seinem Todbette, das einzige, was er bereue, sei, daß er nichtPapst und Kaiser von dem Thurme heruntergestürzt habe- Als zu Romim Jahr 1536 K a rl V aus den Einfall gerieth, die Oeffnung der Kup-pel des Pantheons zu besteigen, bekannte später ein gewisser CrcSeenz i,der dabei gewesen, seinem Vater, es habe ihn oben die Lust angewandelt,den Kaiser herunterzustürzen wegen der Plünderung Roms. Der Vatererwiderte: Mein Sohn, solche Dinge werden gethan, aber nicht gespro-chen. nkolsmone <iöl Laoo» äi Uuiiii^', Handschrift in der Vatikan.Bibliothek-