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befand sich auch eine Schwester des Gerolamo Olgiato, dersich mit Andrea Lampugnani und Carlo Visconti zurErmordung des Wüthrichs verschwor. Bestärkt durch ColaMontano in der schwärmerischsten Auffassung altrömischer Frei«heil strebten sie nach dem Ruhme eines Brutus und andererTurannenmörder und so glaubten sie eine heilige glorreiche Thatzu begehen, als sie den Galeazzo am Weihnachtöfeste in derKirche niederstießen (1476).
Gian Galeazzo Sforza. 1476.
Aber das wüthende Volk zerriß die Mörder und huldigtedem achtjährigen Sohne des Ermordeten, Gian Galeazzo,unter der Vormundschaft seiner Mutter und des eben so geschick-len als thätigen Cicco Simonctta. Es geschah zwar allesNöthige, um daö Volk zufrieden und das Land in Gehorsam zuerhalten, aber die Oheime des HerzogS, die auS dem BeispieleFranceSco's eben nur gelernt harten, daß kühnem Ehrgeizenichts unmöglich, stifteten Unruhen im Staate, indem sie mit demBeistande der Ghibcllinen und der Fremden Antheil an der Re-gierung verlangten; namentlich suchte Ludovico Moro (mitder Maulbeere) sich auf den Schultern Aller zu erheben. Nochwußte zwar Cicco's Gewandtheit alle diese Ränke zu vereiteln,aber zu gleicher Zeit entwickelten auch der König von Neapelund SixtuS IV eine unermüdliche Emsigkeit, um der mailän-dischen Regierung neue Feinde zu erwecken und Verlegenheitenaller Art zu bereiten.
Nachdem Genua abermals den Franzosen sich ergeben und siewieder verjagt hatte mit Hülfe des Francesco (1458), derjedoch, indem er das unruhige Volk von Genua in der Unter-werfung erhielt, immerhin den geschlossenen Vertrag pünktlichbeobachtete, bereitete es nach Kräften dem Galeazzo Mariaeinen glänzenden Empfang, als dieser auf seiner Reise die Stadtberührte (1464). Aber dieser gefiel sich gerade in einer die Ge-nuesen beleidigenden ärmlichen Einfachheit und quartierte sichdrohend und ängstlich zugleich im Schlosse ein. Die Genuesenfanden sich durch dieses Benehmen bewogen, Ludwig XI ihreErgebung anzubieten, der jedoch erklärte: Und ich, ich gebe siedem Teufel! Sie mußten daher wohl oder übel noch unter denSforza verbleiben; nun aber benutzten sie die mailändischen Wirren