Band 
Achter Band.
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die Bürger ledig sind aller Liebe und Nachsicht gegen einander,und auch weil diejenigen, welche am Ruder sind, noch nicht jeneverwünschte Neigung der Regierenden abgelegt haben, das Gutezu versprechen und das Entgegengesetzte zu thun."

Inzwischen hatten die Einzelsehden ununterbrochen fortge-währt und die verwüstete Landschaft war genöthigt worden, denBeistand der Hauptstadt in Anspruch zu nehmen. Es fanden sichindeß bald wieder Wohlstand und Gedeihen ein durch Gewerb,steiß im Innern, Handel und Banken nach Außen, der sich raschvergrößernde, über feste Plätze und große Geldmittel verfügendesiorentinische Staat konnte in hervorragender Weise an den fürganz Italien wichtigen Ereignissen sich betheiligen. Als Subsidieim Kriege gegen MaStin della Scala (1335 — 38) zahlteFlorenz an Venedig 25,000 Goldgnlden monatlich, unterhieltaußerdem 1000 Reiter und Besatzungen in seinen Orten undBesten, deren man 19 allein im luccesischen Gebiete zählte, fernerzu Arczzo, Pistoja und Colle. 46 ummauerte Städte anerkanntenseine Hoheit, ungerechnet die offenen Plätze und diejenigen imPrivatbesitz von Bürgern. Die Stadt hatte kein großes unmit-telbares Einkommen, dagegen aber bclief sich der Ertrag derGabellcn auf 300,000 Goldgulden jährlich, also auf mehr, alsdie Könige vou Sicilien, Neapel und Aragonien hatten. IhreMagistrate begnügten sich mit der Ehre, dem Vaterlande zu die-nen, und da im Frieden keine Truppen zu besolden waren, über-stiegen dann die Ausgaben nicht 40,000 Goldgulden, womit nichtnur die Bezahlung aller Angestellten, sondern auch die Almosenan Klöster und Spitäler, die dem Volke und vornehmen Fremdengegebenen Feste, sogar die Unterhaltung der Löwen, welche Thieredie Florentiner nicht minder schätzten als die Venetiancr, bestrit-ten wurden.

Die Stadt zählte 25,000 Waffenfähige zwischen 15 und 60Jahren, unter welchen sich, in Folge der demokratischen Einrich-tungen, nur 1500 Edle und große Eigenthümer und 65 Ritterbefanden; man rechnete gewöhnlich 1500 Fremde in Florenz unddaS Weichbild hatte 80,000 Bewohner. Da man kein CivilstandS-register hielt, wurde im einzigen Baptistcrium des h. Joanneseine schwarze Bohne für jedes männliche, eine weiße für jedesweibliche Kind niedergelegt, und darnach berechnete sich dir An-zahl der Neugcbornen auf 5800 bis 6000 jährlich; 8. bis 10,000Kinder besuchten die Lese-, 1000 bis 1200 die Rechnenschulrn,