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Balia mehr für eine bestimmte Zeit und dringende Fälle, sonderneine permanente Dictatur, die nach Willkür strafen, verbannen,Steuern ausschreiben konnte. Hiedurch waren die Medici wahr-haft Herren dcö Staates, konnten über die öffentlichen Gelderverfügen und zogen außerdem noch große Summen von solchen,die ihre Gunst oder Straflosigkeit wegen Vergehen erkaufenwollten. Sie übten eine thatsächliche Tyrannei aus, verblendetenaber das Volk durch den hochherzigen Schutz, den sie Gelehrtenund Künstlern angedeihcn ließen, durch ihr Streben, der Vater-stadt Kunstwerke, öffentliche Anlagen und Gebäude zu schenken.
Verschwörung der Pazzi.
Unter den alten feudalen Familien nahmen die Pazzi imArnothale durch Geburt und Reichthum den ersten Rang ein.CoSmus hatte cS sorgfältig vermieden, ihnen irgendwie;» nahezu treten, sie sogar unter den Popolanen gelassen, wodurch siewahlfähig waren, und Guglielmo dci Pazzi hatte sich mitseiner Tochter Bianca vermählt. Nun aber erregten der großeReichthum und Einfluß dieses Hauses, beideS noch ansehnlich ge-stiegen durch die Familienverbindung mit den Borrom ei, dieEifersucht der Medici, und Lorenzo ließ durch die Balia einneues Gesetz über die Erbfolge ausgehen, welches die Pazzi derErbschaft der Borromci beraubte. Darob im höchsten Grade er-bittert, verließ FranceSco Pazzi Florenz und verlegte seinBankhaus nach Rom, wo ihn Sixtus IV, der ihn liebgewann,zum Bankier des heiligen Stuhles machte.
Dieser ehrgeizige Papst verfolgte in jener Zeit den Plan,auf Kosten der kleinen Signori für seine Neffen, die Niario, inder Romagna einen Staat zu bilden, und da Lorenzo diesemPlan entgegenwirkte, indem er sich zu dem Behufe mit Venedigund Mailand verbündete, trachtete S ix tu S IV eifrigst, die Me-dici zu stürzen und das Zerwürfnis der Pazzi mit denselben kamihm daher sehr gelegen; der offene Krieg aber ward als ein zuungewisses und gefährliches Mittel verworfen und der Meuchel-mord vorgezogen. Die nöthigen Verabredungen wurden getroffen(1478) zwischen den Pazzi, Girolamo Niario und Fran-ceöco Salviati, den die Medici als Erzbischof von Pisa nichthatten annehmen wollen. Julian und Lorenzo wurden inder Kirche Sän Rcparata angefallen (26. April) während der Heil-Messe, aber nur der Erstere fiel, Lorenzo konnte sich retten.
Eancu, Weltgeschichte. VIII. 46