Band 
Achter Band.
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mehr Geltung hatte, die RathSversammlungcn jeder Oeffentlich-keil entsagen müssen, die Verwaltung der öffentlichen Gelder einerein willkührliche geworden war, konnte er auch der auswärtigenPolitik seine Aufmerksamkeit zuwenden und dafür sorgen, daß dieFremden nicht störend einzugreifen vermochten in das Glcichge.wicht Italiens. Dann aber von körperlichen Gebresten hcimge.sucht, überließ er die Geschäfte seinen Söhnen Giuliano undPietro, suchte in Bädern und aus dem Lande Linderung fürseine Schmerzen, Unterhaltung in dem Kreise von Gelehrten,wo Ficino ihm Plato erklärte, Landino, Merula, Leoni.ceno, Galderino über Horaz, Ovid, Virgil sprachen, Pulciihm die Abenteuer der Helden vortrug, Poliziano die Turniereund Schaugepränge pries, die das Volk zerstreuen, d. h. abhaltensollten, fich mit den Staatsangelegenheiten zu beschäftigen.

Lorenzo sicherte seinen Söhnen glänzende Laufbahnen undeinen derselben, den zukünftigen Papst Leo X, sah er alS vier-zehnjährigen Jüngling mit dem Purpur bekleidet. Alle Herrscherseiner Zeit ehrten ihn, sogar der Sultan der Türken. „Niemalsstarb nicht blos in Florenz sondern in ganz Italien ein Mann,der einen so hohen Ruf der Weisheit hinterlassen und den.daSVaterland so sehr betrauert hätte"*).

Siebenzehntes Kapitel.

Königreich Bleapel. — Sicilien. — Kirchenilaal.

König Robert. 1309.

Jener Robert, der während seines ganzen langen Lebensan der Spitze der guelfischen Partei in Italien stand, dehnte seinAnsehen und seinen Einfluß weithin auS, aber alle Versuche,seine Staaten zu vergrößern, schlugen ihm fehl. Er richtete mitHülfe seiner Bundesgenossen und provenzalischer und piemontesi-

*) Mnolllavel. — Vollsiano, ep. 2, Üb. IV, beschreibt ausführlichden vollkommen christlichen Tod Lorcnzo'S. Wir erwähnen dies,weil im Leben Savonarola's, herausgegeben von Mansi (BaluzMiscell. I'. >.), erzählt ist, daß jener, zu Lorenzo berufen, um seineBeicht zu hören, ihm als Bedingung der Lossprechung auferlegt habe,die alte freie Verfassung von Florenz herzustellen; da Lorenzo fich