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Überhaupt aber nahm die Gewalt der Barone ansehnlichzu, theils weil Robert vielfach auswärts in Anspruch genommenwar, theils auch weil er aus Rücksicht auf ihren Beistand beiseinen Plänen gegen Sicilien sie mit Nachsicht behandelte. Sieumgaben sich auf ihren Schlössern mit einem ganzen Gefolge vonAnhängern und gewährten den Missethätern Asyle. Da die Macht,kosen und Geringen es nicht mehr wagten, sie bei den Gerichteneinzuklagen, ließen sie ihrer Willkür, ihren Launen freien Lauf,begannen wieder einander zu befehden und es vermochten gegendie überhandnehmenden Ucbelstände nichts mehr die Edikte desKönigs oder die schärfsten Ermahnungen des römischen HofeS.
Johanna I. 1343.
Noch ärger wurden diese Zustände beim Tode Roberts.Seiner Erbin Johanna, der Tochter seines einzigen SohneSKarl (f 1328), hatte er Andreas, den Sohn seines älternBruders Karobert, Königs von Ungarn, zum Gemahl bestimmt,und in Neapel erziehen lassen, damit er sich an die Sitte seinerkünftigen Unterthanen gewöhne und ihre Liebe gewinne. Ver.gebliche Vorkehrungen! Als das junge Paar zum Throne ge.langte, sah Johanna ihrem 16. Geburtstage entgegen, währendihr Gemahl noch um einige Monate jünger war, und die Prachtihrer Königsburg und Hofhaltung harte ihres Gleichen nicht inEuropa; und auch die Königin Saucha vonMajorka, RobertsWittwe, die Kaiserin Katharina von Konsiantlnopel, Marga-retha von Tarcnl, vcrwittwcte Königin von Schottland, hieltenHof in Neapel. Maria, der Johanna Schwester, im Ge.Heimen mit Karl v. Durazzo*) vermählt, zeichnete sich durch
») Stammraum der Häuser Anjou uud Durazzo:
Kart II der Lahme
Karl Martell, Robert Johann,
König v. Ungarn j Fürst v. Morea
Karobert Karl Karl Ludwig
i v. Kalabrien ».Durazzo v. Gravina
Ludwig AndreasKönig v. König v.
Ungarn Neapel, _. _
Gemahl von Johanna I Maria, Gemahlin v. Karl III
v. Durazzo.
Philippv. Tarent
LudwigGemahl vonJohanna I
Wladislaw Johanna II