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Geist und Schönheit aus; AgneS v. Perigord, die Mutterdieses Herrn, war eine weitere Zierde dieses königlichen Kreises,in welchem man sich gegenseitig überbot durch Luxus , Feste, Ge.prange, durch alles, waS das Leben anziehend, reizend und, fügenwir gleich hinzu, gefährlich machen konnte für die junge undschwache Johanna. Ihr Gemahl war in seinen Sitten einroher Magyar geblieben und wollte nicht kraft der Rechte seinerGattin, sondern kraft eigenen Erbrechtes herrschen; die Folgewar, daß der Hof, sowie das ganze Reich sich in zwei Parteienspalteten. Die ungarische Partei wuchs durch die Gunst deSPapstes, noch mehr aber durch den Leichtsinn der Königin, dienur für ihre Unterhaltungen Sinn hatte, an welchen die italie-nische Poesie und die verfeinerte geistige Bildung Italiens glei-chen Antheil hatten mit dem Prunke der Provence und Deutsch-lands; von den Sonetten Petrarca'S und den NovellenBoccaccio'S ging sie zu den Blumcnspielen, zu den Turnierenund LiebeShöfen über. In Mitten zwischen beiden Parteien undmit beiden sich haltend, um der eigentliche Herr deS Reiches zusein, stand Bruder Robert, deS Andreas Erzieher, dabei derKönigin Günstling und sie beherrschend*).
Andreas, der sich von dem feinen Hoflebcn abgestoßen fühlte,dabei voll Erbitterung ob der Liebschaft der Königin mit Ludwigvon Tarent, bestand darauf, gesalbt zu werden, auch vor demerreichten 22. Jahre, obgleich König Robert diesen Zeitpunktfestgesetzt hatte, und bei seiner Krönung ließ er ein Beil undKetten ausstellen, alS Symbole dessen, was seine Gegner vonihm zu erwarten hätten. Aber wer handeln will, soll nicht dro-hen. Diejenigen, welche Ursache hatten, seinen Zorn zu fürchten,bildeten eine Verschwörung, an deren Spitze der Graf von Ar-tusio, König Roberts Bastard, und Philippina ausCatania, der Königin Vertraute, standen. War letztere auchnicht gerade im Einverständnisse, so verhinderte sie doch nicht,
*) Petrarca, der damals diesen Hof sah, beschwört den Himmel, Italienvor ähnlichen Schicksalen zu bewahren. Neapel ist in seinen Augen einMekka, ein Babylon, wo Christus beschimpft wird, wo keine Treue,keine Gerechtigkeit, keine Frömmigkeit zu finden; die Herrscher vergleichter mit Phalaris, Dionyfios, achokles ; insbesondere widerwärtig ist ihmBruder Robert, den er für uuutzig, zerlumpt, ränkesüchtig und hoch-müthig erklärt.