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daß Andreas im Zimmer neben ihrem Schlafgemach erdrosselt,sein Körper aus dem Fenster geworfen wurde (1345, 20. August).Niemand dachte ernstlich daran, ihn zu rächen; nur der Papstgebot dem Bertran do delBalzo, Großjustitiar dcS Reiches,die Schuldigen aufzusuchen und zu richten, und die Königinkonnte es nicht wehren, daß die Königsmörder gehangen und per-brannt wurden. Immerhin war sie schamlos genug, sich mit demHerzog von Tarent zu vermählen, zugleich aber an ihren Schwa-ger, Ludwig den Großen von Ungarn, ein Schreiben zurichten, in welchem sie ihre Unschuld betheuerte. Dieser jedochantwortete ihr: „Deine unehrenhafte Lebensweise, deine Schän-dung des königlichen Ansehens, deine Nachlässigkeit in AhndungdcS Verbrechens, dein Verschmähen, dich zu vertheidigen, bewet-sen deine Theilnahme, deine Schuld am Morde: Niemand wirddem Gerichte Gottes und der Rache der Menschen entgehen."Er verlangte von, Papste, Johanna dcS Thrones für unwürdigzu erklären und ihn mit demselben zu belehnen, während er Vor-bereitungen traf, um der Drohung die That folgen zu lassen.Er zog wirklich mit einem Söldnerheere heran (1347), obgleichder Papst, der inzwischen Pathe des nachgcbornen SohncS vonAndreas geworden, ihn zu bewegen suchte, dem apostvli-schen Stuhle das Richtcramt in dieser Sache zu überlassen. Eskam zum Kampfe; damit die Sicilier nicht gemeine Sache mitden Ungarn machen sollten, schloß Johanna mit ihnen Friedeund sicherte ihnen vollständige Unabhängigkeit zu; da sie sichaber von ihrem Volke verlassen sah, fioh sie mit ihrem Gemahlenach der Provence, während Karl von Dura zzo, der Theil-nahme am Mord überwiesen, nebst mehrcrn andern Schuldige»enthauptet wurde. Nachdem er so schreckliches Gericht gehalten,die verschiedenen Statthalterschaften mit Ungarn besetzt und denFürsten von Siebenbürgen, Stephan Laszk, zum Regenteneingesetzt hatte, kehrte er in seine Staaten zurück, die anjouischenPrinzen mit sich führend. Die Neapolitaner waren aber balddeö von den Fremden geübten harren Druckes müde und riefenJohanna zurück (1348), welche, vom Papste für unschuldig er-klärt, ihm Avignon für 80,000 Floreneü verkaufte. Sie ver-pfändete ihre Juwelen und Kostbarkeiten und besoldete dafürTruppen, die nach hartem Kampfe das ganze Land bis auf einigeSchlösser den Ungarn abnahmen. Und die unerschrocken leicht-fertige Königin lebte wieder ausschließlich aller Lust und Fest.