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dem ganzen Ernste der Ueberzeugung die religiöse Gleichgültigkeitseines Zeitalters bekämpfend , einen Kreuzzug gegen die Türkenzu Stande zu bringen sich bemühte, ward zu Ankona seinem Le-ben das Ziel gesetzt*).
Paul II. 1484.
Sein Nachfolger Paul 11 (PietroBarbo aus Venedig),ein schöner Mann, besaß die Gabe, durch Dienstbarkeit sich beiJedermann beliebt zu machen, sowie ihm auch sein Mitgefühl fürfremde Leiden den Beinamen „La Madonna della Pteta" erwarb.Als Papst verfolgte er hauptsächlich drei Zwecke: die Versorgungseiner Nepotcn, was ihn veranlaßte, den oben erwähnten Be-schluß des Conclavc für ungültig erklären zu lassen, den Krcuzzuggegen die Ungläubigen, und die Aufhebung der pragmatischenSanktion von Bourgcs, in welcher er eine Kränkung der päpstlichenPrärogative durch den gallikanischen Klerus erblickte. Aber ererreichte keinen dieser Zwecke. Da er vernahm, daß die sechzigAbbreviatoren (ein von seinem Vorgänger eingesetztes Col-legium, welches für eine sorgfältige Schreibart der Brevcn sor-gen sollte) ihr Geschäft als Gelderwerb betrieben, entsetzte ersteihres Amtes, denn er hielt es für unwürdig der römischen Kurie,sich für ihre Obliegenheiten bezahlen zu lassen. Diese sechzigLiteratoren aber, hiedurch brodlos gemacht, hatten fortan nichtseifriger zu thun, als ihn durch Schrift und Wort hcrabzuwürdi-gen, und einer derselben, Bartolemeo Sacchi von Piadena(Platina), benahm sich gegen ihn so unehrcrbietig, daß er zumGefängniß vcrurtheilt wurde. Später in eine entdeckte Ver-schwörung verwickelt, traf diesen Gelehrten eine Folterstrafe, wo-für er aus Rache in seinen „Lebensbeschreibungen der Päpste"Paul II bitter verleumdete.
Man bezeichnet ihn als einen zelotischcn Verfolger der Wie-derherstellet der klassischen Literatur; uns erscheint es aber wohlbegreiflich, daß ihn die offenbare Rückkehr zum Hcidenthum nichtblos in der Kunst, sondern auch in der Doctrin und im Lebenmit Schrecken erfüllen, daß er in Entrüstung gerathen mußte, alser sah, daß jene modernen Klassiker nicht blos sich der Namender Heiligen schämten, die sie in der Taufe erhalten hatten undPetrus in PieriuS, Johannes in JorianuS, Marinus in Glaucus
) S. oben S. 116.