Band 
Achter Band.
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gestattete außerdem, daß jede Meinungsverschiedenheit hinsichtlichder AuSlegung und Ausführung dieses Vertrages zu Lübeck durchvier Rachöherren der Stadt und vier schwedische Reichsräthe ab-geurtheilt werden solle. Wohl wünschte Gustav diese beispiel-losen, ihm von der Dankbarkeit und von der Noth aufgedrängtenZugeständnisse demnächst wieder einzuschränken , allein er durftenicht daran denken, so lange er noch für ein bedeutendes Dar-lehen in LübeckS Schuld war. Indeß ließen die Lübecker, umLiese Zahlung nebst besonderen Begünstigungen zu erhalten, denallgemeinen Vortheil außer Acht. Als sie dann endlich den Un-ruhestifcern in seinen Staaten Beistand leisteten, hob Gustav dieverliehenen Privilegien auf, überzog die Hanse mit Krieg, undlud andere Völker so wie seine eigenen Unterthanen zur Betrei-bung kaufmännischer Geschäfte in Schweden ein. Später nahmGustav Adolf durch die Gründung einer schwedischen Handels-gesellschaft den Hanseaten auch die letzte Hoffnung zur Wicderer-langung ihrer Vorrechte.

In Norwegen gelang einem Seeräuber die Verwüstung Ber-genS, dessen Handel sich bis nach Grönland erstreckt hatte, welcheNiederlassung von nun an verfiel. Die Hanseaten boten denverarmten Bürgern Unterstützungen an, ließen sich dafür aber dieHäuser und Ländereien verpfänden und brachten auf diese Weisealles in ihre Hände, was in der Stadt von besonderem Werthewar. Was eine FeuerSbrunst zerstört hatte (1476), bauten sieallerdings nach einem weit besseren Plan wieder auf, betrachtetensich aber, außer soweit eS ihre Befreiungen anging, alS vollständiglandescingcsessen, benahmen sich alS Herren, gestatteten sich jedeArt von Willkür. Der König Christoph III (1446) versuchtedeßhalb die Holländer in das Reich einzuführen. Das Unteruch-mcn mißlang und er mußte die Vorrechte der Hansestädte neuer-dings bekräftigen, spähcte aber nichtsdestoweniger, und gleich ihmsein Nachfolger, unausgesetzt eine Gelegenheit auf, um sich vonden kaufmännischen Zwingherren zu erlösen. Die Möglichkeitdazu bot sich endlich dem Statthalter Christoph Walkcndorf(1536—1560), der ihnen alle Vorrechte eins nach dem andernentzog und nur den Stockfischfang übrig ließ. So hörte derhanseatische Handel auch nach dieser Seite hin anf.

In Dänemark fanden sie die Mitbewcrbung der Engländerund Holländer vor, welche dort gleichfalls viele Freiheiten besaßen.Später konnte Lübeck die Holländer ausschließen und dachte sogar