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demgemäß wurden die Finanzen bald derartig erschöpft/ daß ihmder ReichSrath — für ein Jahr vielleicht — die Hälfte allerEinkünfte der Privaten zugestehen mußte. Die Mißvergnügtenwandten sich an Margaretha/ Wittwe Hako'S 11 , des letztender Folkunger und damals Regentin von Dänemark und Königinvon Norwegen. Sie schickte eine Ausfordcrung an Albert unddieser antwortete »dem Könige ohne Beinkleider" durch die Scn-düng eines drei Fuß langen Steines, um darauf seine Nähnadelnzu schleifen. Das Geschenk erwiderte sie mit einer Standarteaus ihren Hemdbändern, schlug ihren Gegner bei Falköping (1389)und nahm ihn gefangen. Seine Verwandten und deutschenFreunde hielten sich in ihren Besten, bildeten, aus Furcht vonden Schweden umgebracht zu werden, unter sich eine bewaffneteVerbindung, die der Muthenbruderschaft genannt, und ver-breiteten durch Drohungen und Gewaltthaten Schrecken um sichher. Zugleich riefen die nicklenburgischen Städte Rostock undWismar eine Genossenschaft von Seeräubern ins Leben, Vita-lienbrüder geheißen, weil sie Stockholm mit Lebensmittelnversorgten, und forderten Jedermann auf, sich mit ihnen zurWegnahme der norwegischen und hanseatischen Schiffe zu vcrbin-den. So wurde jeder Handelsverkehr im baltischen und nordischenMeere unterbrochen, die Küste beunruhigt. Mit ihrem Beiständehielten sich die Deutschen in Schweden, bis der Vertrag vonLindolm (1395) Albert und die übrigen Gefangenen auf dreiJahre unter der Bedingung in Freiheit setzte, daß sich der Königmit seinem Sohne wieder zur Haft stellen oder 60,000 MarkSilber zahlen solle, wenn innerhalb dieses Zeitraumes kein schließ-licher Friede zu Stande gekommen sei. Stockholm wurde denvermittelnden Städten als Vertragspfand übergeben. Marga.reihe wußte, daß Albert die Bedingungen nicht erfüllen, undsie demzufolge den Besitz der Hauptstadt erlangen werde, wie esdenn auch geschah. Die Vitalienbrüdcr wurden darauf von denHansestädten bekriegt und vertrieben.
Calmarische Union. 1397.
Margarethe, die Scmiramis des Nordens, wie sie genanntwurde, veranlaßte auch Schweden, ihren Neffen, Erich XIII,von Pommern, als König anzuerkennen, und die VereinigungS-Urkunde der drei Länder wurde zu Calmar unterzeichnet. ESwurde festgesetzt, daß bei jeder Throncrledtgung die Stände der