Band 
Achter Band.
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sich alsbald auch eigene Literaturen, die bei jedem Volke ihrebesonderen Entwicklungen nahmen.

Dante geb. 12V5.

Italien eröffnete diese neue Aera, und die europäische Mensch-heit sollte dieß nicht vergessen; sie wird ewig diesem LandeDankbarkeit dafür schulden, daß es die Vorläufer der neuernWissenschaft geboren. Die Alighieri von Florenz, Nachkom-men eines Caeciagnid a, der an dem Kreuzzuge Kaiser Kon-radö theilgenommen, hatten stets zur guelfischcn Partei sichbekannt. Dante (Abkürzung von Duranro), der Enkel deöKreuzfahrers, zählte erst 9 Jahre, als er mit seinen Eltern imHause des Folco di Portinari den üblichen Maifestlichkeitenbeiwohnend, dessen Tochter, die junge Bice (Beatrice) er-blickte! „Sie zählte nicht mehr als 8 Jahre, war sehr unmuthigen,liebenswürdigen und edlen Wesens, schön von Angesicht, unddrückte sich mit einem Ernste aus, der weil über ihre Jahreging. Und auf Dantes Gemüth machte sie einen so tiefen Ein-druck, daß seitdem keine Freude und kein Genuß daS schöne Bildin seiner Seele erbleichen machen konnte" (Boccaccio). Erbegann das geliebte Mädchen in Versen zu feiern, die er, wie esgebräuchlich war, den übrigen toSkanischen Dichtern zuschickte,und diese suchten ihn theils von einer Laufbahn abzuhalten, aufwelcher sie in ihm einen Nebenbuhler fürchteten, theils ließen sieihm von jenen mitleidsvollen Ermuthigungen zukommen, die eineBeschimpfung sind,

Beatrice vermählte sich später mit einem Bardi, aberbald darauf — sagt jener Dichter — rief der Herr der Gerech-tigkcit zu sich das edle Wesen unter der Aegide der gebenedeitenHimmelskönigin Maria, deren Lob die Gottselige stets im Mundegeführt hatte. Dante, der, wie es allen von tiefer Leidenschaftergriffenen Seelen eigenthümlich, wähnte, dic ganze Welt müssean seiner Trauer Theil nehmen, gab in einem Briefe den Königenund Fürsten davon Kunde, darauf versenkte er sich, zu seinerZerstreuung, in einsame Studien, sich selber daS Versprechengebend, „nichts mehr zu sagen von der Seligen, bis er ihrerwürdig von ihr zu reden vermöchte," und hoffend, von ihr zusagen, „was noch niemals von irgend einem Weibe gesagt wor-den." Er schilderte seine Liebe im „Neuen Leben", dem erstenjener auS den innersten Erlebnissen schöpfenden Bücher der neuern