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Beistande von BonifaciuS VIII wuchs die Kühnheit derSchwarzen um so mehr/ als dieser Papst Karl von Valoisnach Florenz berief; die Weißen aber verjagten den Fürsten undschickten alsdann (1300) einige Bürger, unter ihnen Dante,nach Rom, um den Papst zu versöhnen, jedoch ohne Erfolg. Sokam eS, daß ihre Gegner unter Corso Donati die Oberhandgewannen, und der Podesta Cante da Gubbio verbannte dieHäupter der Schwarzen, unter welchen sich unser Dichter undPetrarca'S Vater befanden.
„Aus der Vaterstadt verjagt — sagt er — irrte ich umherdurch fast alle Länder, über welche sich Liese Sprache erstreckt,fast ein Bettler, wider Willen ausweisend die Wunde, die dasGeschick mir geschlagen, und die am häufigsten dem VerwundetenSchuld gegeben wird; wahrhaft glich ich einem Schiff ohneSegel und Steuerruder, von Hafen zu Hafen getrieben, von Küstezu Küste durch den rauhen Wind, den die schmerzliche Armutherregt"*). Darob erwuchs in ihm ein solcher Haß gegen dieParkei seiner Vorfahren, daß „ein Weib, ein Kind, die von denParteiangelegenheiten redend sich unterfangen harten, gegen dieGhibcllincn sich zu äußern, ihn in solche Wuth gebracht habenwürden , daß er fähig gewesen wäre, mit Steinen nach ihnen zuwerfen, hätten sie nicht geschwiegen"**). Jedoch Zuflucht undObdach wie es kam, bei guelfischen wie ghrbellinischen Herrensuchend, wendete er sich nach Paris, um hier Theologie und Phi-losophie zu studiren; der ewigen Hoffnung der Verbannten abernicht entsagend, versuchte er in die Heimach zurückzukehren, baldauf dem Wege der Bitten, bald mit dem Schwerte. Er gedachteauch durch seine Dichtungen dazu zu gelangen, jedoch verschmähteer es, die Rückkehr durch Demüthigungen zu erkaufen und sostarb er, ehe er „der Wiege seines schönen Sankt Joannes"(bezieht sich auf einen Gesang im „Himmel") zurückgegeben war,zu Ravenna bei Guido da Polenta (1321). Alsbald bereutenseine Mitbürger die ihm angethane Mißhandlung und gründeten
*) Convito, I, 3.
Boccaccio, Lebe» Dante's. Sein Gedicht ist reich an solchen kräf-tig ausgedrückten, tief empfundenen Ueberzeugungen, sowie er auch im„Couvivio" aus Anlaß eines philosophischen Satzes äußert: Mit demMesser, nicht mit Verunnftgründen gebührt sich dem zu antworten, derso spricht.