Band 
Achter Band.
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im Dome*) eine Lehrkanzel zur Erklärung seiner Werke; hiermalte ihn Domenicho di Michel ino**) im Priorenhabit,und gekrönt mit der offenen „Komödie" in der Hand, seinen Mit-bürgern die Abgründe der Hölle und die Anhöhe des Paradieseszeigend.

Das höchste Räthsel, dasAeschylos im „Prometheus"ahnte und Shaksspeare im „Hamlet" darlegte, welches Faustdurch die Wissenschaft zu lösen suchte, Don Juan durch die Sünde,Werther durch die Liebe, der Gegensatz zwischen dem Nichtö undder Unsterblichkeit — war auch das Ziel, welches Dante seinemNachdenken gesetzt hatte. Sein Unmuth über die Menschen, daßer in der Lage gewesen, alles Elend Italiens gleichsam mit Hän-den greifen zu können, sein Verkehr mit den Künstlern, welchedamals die Malerei neu schufen, alles dies trug mächtig dazubei, seine dichterische Kraft zu reifen, und Liebe und Haß, Poli-tik und Theologie begeisterten ihn zur „Göttlichen Komödie".ES ist das erste lyrische***) Gedicht Italiens, in dessen Inhalter seine glühende Begeisterung, seinen Enthusiasmus für Religion,Vaterland und Reich, seinen tiefen Zorn übertrug. Er erfaßtedas Wesen der neuen Schreibart, die nicht mehr von der be-ständigen Würde der Alten beherrscht werden tonnte; aber gleichwie in der Gesellschaft setzte er dem Furchtbaren dav Lächerlichean die Seite, daher er auch das Werk eine Komödie nanntef).In der Zeit, als er dieses Werk begann, war der Verfasser fund-

*) Diese Lehrkanzel erhielt sich lange Zeit. Im Jahr 141L bezahlte dieSignoria acht Florenen monatlich dem Giovanni di Malpaghiniaus Ravenna, der viele Jahre Dante commentirt hatte und ihn nochjeden Sonntag erklärte. Sechs Jahre nachher bekleidete dieses LehramtGiovanni Gherardi von Pistoja. sür sechs Florenen monatlich.Etwas später folgte ihm Francesco Filclfo.

"6) Nicht Orgagna, wie man gewöhnlich annimmt. Bergt. Gaye, Brief-wechsel, II, V.

*") Schelling erweist, daß diese Dichtung ihrem Wesen nach zu allen Haupt-gartnngen der Poesie gehöre. D. B.

D In der Widmung an Can della S cala verlangt er, daß der Titelseines Werkes sei Iiivipit Oomwelia vanlls ^Ilixlrorii, Norontini nationae,»on inoi'iblls. Er fügt hinzu: „Ich nenne mein Werk Komödie, weilich es im bescheidene» Sinne geschrieben, und weil ich mich der gemei-nen Sprache bedient habe, in welcher auch die Weiber aus dem Volkeihre Gedanken ausdrücken/' In dieser gemeinen Sprache (Vvlxaroeloguio) unterscheidet er drei Style: Tragödie, Komödie, Elegie.