Band 
Achter Band.
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eineS StaateS dreht sich um Gemeinsätze, die weder weiseStaatsmänner zu belehren noch schlechte und gewissenlose zubessern vermögen. Um Azzo v. Correggio zu trösten/ schrieber die Heilmittel deS wechselnden GlückeS/ wortreicheund farblose Gespräche zwischen idealen Wesen voller Gelehrsam-keit und Argumente / um zu beweise»/ daß die irdischen Güterflüchtig und trügerisch sind/ und daß es mit Hülfe der Vernunftgelingen könne/ dem Mißgeschick seine Bitterkeit zu nehmen/ jaeS zum Guten dienen zu lassen. Zwei Bücher von. EinsamenLeben richtete er an Philipp v. Cabassol/ Bischof von Ca-vaillon/ worin er dem Ucbcrdruß/ der sich des Städters bemäch-tigtt/ die Annehmlichkeiten entgegenstellt/ die der in ländlicherZurückgczogenheil Lebende empfinde / — eine wenig sociale Anti-these, da es unsere Pflicht/ zum gemeinsamen Besten zu wirkenauch mitten unter dem Haufen / der unS belästigt/ verkennt undverleumdet.

Der Liebe und der Philosophie gesellte Petrarca die An-dacht zv/ die seine dritte Quelle der Begeisterung war. In die-sem Sinne machte er sich aus der Liebe ein Gewissen/ bat Gott/„seine umherschweifenden Gedanken auf einen bessern Weg zurück-zuführen"/ sah Laura'S Schönheiten als seine „Leiter zumSchöpfer" an/ und hoffte/ nach ihrem Tode/ seinen Herrn wieder-zusehen und seine Dame/ für welche er „so viele Almosen gespen-det/ so viele Messen lesen lassen und so viel gebetet mit einer An-dacht/ daß/ wäre sie auch die lasterhafteste der Frauen gewesen/er sie dem Finger deS Teufels entrissen hätte/ obgleich man ver-sichert, daß sie rein und heilig gestorben"*). Dieses Gefühl gabihm die Verachtung der Welt ein, eine Art von Selbstbe-kenntnissen/ die übrigens frei sind von der plumpen Zurschaustel-lung ähnlicher Schriften, und in denen er, in Nachahmung vonDaute's „Neuem Leben", seine eigenen Dichtungen commentirtund die tiefen und zarten Empfindungen, die sie hervorgerufen,darlegt.

Ein größeres Interesse bietet die Sammlung seiner vertrau,tcn, im Alter geschriebenen, verschiedenartigen und»»betitelten Briefe, denn sie gewähren ein Bild seines Ver-kehrS mit allen hervorragenden Personen seiner Zeit. Stetswortreich, im Ausdruck, in den Wendungen gesucht, weil er

Ein Zeitgenosse, zitirt von Tiraboschi.