Band 
Achter Band.
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der Personen aus der Gegend, die auf gelehrte Bildung Anspruchmachten, und trotz des Podefta und der vornehmsten Einwohner,die Petrarca im Stadthause bewirthen wollten, setzte Capraes durch, daß er bei ihm abstieg, wo er einen mit Purpurstoffbehangencn Saal und ein vergoldetes Bett einrichtete, das, wieer schwor, kein anderer nach Petrarca gebrauchen sollte, undals dieser abreiste, äußerte sein Gastfreund einen so tiefenSchmerz, daß zu fürchten stand, er möchte darob den Verstandverlieren.

Somit von den Vornehmen, den Gelehrten und dem Volkegleich verehrt, ward ihm von der Pariser Universttät und vonder Stadt Rom gleichzeitig die Einladung, die Dichterkrone zuempfangen. Entzückt ob des Gedankens, einen Lorbeerkranzzu empfangen*), gab er vor der „Schmutzstadt" derjenigen denVorzug, welche der Schauplatz der Triumphe des Pompejuö unddes Scipio, seiner Helden, gewesen. So verfügte er sich zuRobert von Neapel, der zum Richter über sein Verdienstbestellt worden, und der König erklärte ihn nach dreitägiger Prü-fung würdig des Dichterlorbeers. Am Ostertage 1341 bestiegPetrarca, bekleidet mit einem ihm von diesem Fürsten verehrtenPurpurgcwande, das Kapitol unter dem Schmettern der Trom-peten und dem Jubel der zahllosen Menge. Er knieete niedervor dem Senator und dieser setzte ihm die Krone auf'ö Haupt,während das Volk in den Ruf auSbrach: Hoch der Dichter unddas Kapitol**)!

S) Wegen der Aehnlichkeit des Wortes Lauro. Lorbeer, mit dem Namenseiner Dame.

Es ward Petrarca über diese Handlung eine folgendermaßen lautendeUrkunde ausgefertigt und zugestellt: Wir, Graf und Senator, Graf vonAnguillara, in unsrem und unsres Eollegen Namen, erklären den Fran-cesco Petrarca zum großen Dichter und Geschichtsschreiber, und haben,zur besondern Bekundung seiner Eigenschaft als Dichter, eigenhändigihm eine Lorbeerkrone auf das Haupt gesetzet, indem wir ihm, gemäßdieser Schrift, und aus Vollmacht des Königs Robert, des Senates undVolkes von Rom, freie und unbeschränkte Erlaubniß gewähren, in derKunst der Poesie und der Geschichte und überhaupt in allem, was zudiesen Künsten gehört, sowohl in der heiligen Stadt wie an jeden andernOrten, alle alten Bücher zu lesen, zu beurtheilen und auszulegen, auchneue Werke zu schreiben und Gedichte abzufassen, welche, will's Gott,von Jahrhundert zu Jahrhundert leben werden.