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Petrarca wohnte zu Arqua, wo er ein Landhaus erworbenhatte, um in der Nähe seines Canonikats zu Padua zu sein, alsman ihn eines Morgens (1374, 13. Juli) todt fand, mit demKopfe über einen Virgil hingesunken. Testamentarisch hatte erseinen Eidam Francesco da Brossano zum Erben eingesetzt;ferner vermachte er dem Fürsten von Carrara eine von Giottigemalte Madonna, „deren Schönheit von den Unwissenden nichtverstanden wird, die aber der Kunst Meister zur Bewunderunghinreißt, und 50 Goldflorin dem Boccaccio, um sich ein HauS-kleid anzuschaffen, das ihn warm halte während seiner Winter-liehen Nachtstudicn.
Verglelchung zwischen Dante und Petrarca.
Dantes und Pctrarca'ö Poesie trägt den Stempel desCharakters der Zeit und der Dichter selbst. Alighieri lebtemit den letzten Helden deS Miitelaltcrs, kräftigen Gemüthern,die gänzlich dem Vatcrlandc angehörten und über seine Freiheiteifersüchtig wachten, aufgewachsen unter Parteiungen und Ver-bannungen, unter Flucht und Todrschlag, da in diesen Rcpubli-ken, die bereits in Tyranneien auszuarten begannen, die heftigenLeidenschaften vom Gesetz und der öffentlichen Meinung nichtmehr gezügelt wurden und darum die Menschen immer lebendigerdie Bedeutung der von den großen Ereignissen aufgeregien indi-vidncllen Kraft inne wurden: eö genügte daher ringsum zu blicken,um poetische Charaktere aufzufinden in hinreichender Anzahl undAuswahl, die drei Reiche der Schöpfung damit zu bevölkern.Petrarca'S Zeit dagegen litt an einem Unglück anderer Natur,an dem Jrrsalc einer arglistigen Politik. Nicht mehr mit derSchärfe des Schwertes, sondern mit langwierigen Gesandtschaften,hinterlistig und meuchlings ging man dem Feinde zu Leibe. AufFriedrich II, auf den heil. Ludwig, auf Sordello, aufGiotto, auf Farinata und auf BonifaciuS VIII warenKönig Robert, Stephans, Colonna, Cola Rienzi,Clemens VI, Simon Memmi gefolgt, auf die unbestrittenekatholische Einheit das elende Avignoneser Exil, und bereits wardas Zeitalter der verfeinerten Trägheit, der feigen Missethat,der weichlichen Tugendhaftigkeit, deS Unglücks ohne Größe undohne Theilnahme gefolgt.
Erbittert durch Widerwärtigkeiten, verachtete Dante denRuf und denjenigen, „der darnach schmachtet" und behauptete,