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lien so arm an Lustspielen und Romanen ist/ und was hauptsäch,lich Schuld/ daß cS den neuern italienischen Schriftstellern soschwer wurde/ in die Bahn des Wahren und Einfachen zurück;«,lenken. Und wäre das Uebel nur ein literarisches und gramma-tikalisches gewesen! Aber jenes Beispiel hat eine wesentlichunsittliche Litcrakurgattung hervorgerufen/ wie dieselbe sich imreichen Gebiete der Novellen darstellt.
In den „Hundert alten Novellen" / von denen einige kurznach dem Tode Ezzclins geschrieben wurden/ ist in einfacherDarstellung das Leben dieser Epoche geschildert/ hinweisend auf„eine gewisse Feierlichkeit der Rede/ auf schöne Manieren/ Ant-worten/ Thaten der Tapferkeit/ Geschenke und Liebesverhältnisse/wie das schon in der vergangenen Zeit Viele gethan haben."Franco Sacchetti (f 1335)/ Jurist und zugleich Handels,man»/ nahm sich Petrarca in erotischen Gedichten und Boc.caccio in Novellen zum Muster; er schreibt leichter und stießen,der als der letztere und übertrifft ihn auch hinsichtlich der Origi-nalität und Ausmalung, dagegen aber bleibt er hinsichtlich derErfindung und Lebhaftigkeit der Darstellung hinter ihm zurück.Von den Unanständigkeiten und Unstäthercicn so wie von dengewaltsam herbeigeführet! Betrachtungen abgesehen/ lernt man ausihm doch daS damalige Leben kennen aus den eingestreuten Witz.Worten und Anekdoten/ aus der Charakteristik seiner Höflinge,die sich durch Zudringlichkeit Geschenke zu verschaffen wissen;seiner lustigen Wirthe, seiner unwissenden oder habsüchtigenRichter und Rechtsverdreher, die er ganz besonders zum Gegen-stände seiner SarkaSmen macht und auf deren Unkosten er einemManne aus Witz das Wort in den Mund legt, er wundere sich/daß Floren; mit seinen vielen Juristen so gut gedeihe/ da zuHaus bei ihm einer genüge, die Stadt zu ruinircn; seiner bra.marbasircnden deutschen Haudegen mit wunderlichen Namen, seinerAusfälle auf die Kaiser, die mit leerem Säckel nach Italienkamen, u. dgl. m.
In Ansehung der Reinheit der Sprache, der AngemessenhcitdcS Ausdruckes und der Anmuth der Schreibart nähert sich demBoccaccio der „Pecorone" des Giovanni Fiorentino:ein gewisser Aurctto wird Mönch, weil er die Nonne Saturninaliebt, wird Kapellan in ihrem Kloster und kommt mit ihr überein,zum Zeitvertreib im Sprechzimmer einander Geschichten zu erzäh.len. So entstehen 50 Novellen, zumeist geschichtlichen Inhalts,