Band 
Achter Band.
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um so angemessener/ als die Bücher jener Zeit weniger an dasPublikum im Allgemeinen gerichtet/ sondern eigentliche Bekennt-Nisse vom Standpunkte der Familie oder der betreffenden Stadtwaren. Boccaccio nun wollte dem Style den bis dahin un-bekannten Schmuck verleihen/ und unternahm eS/ einerseits den-selben von veralteten und unschönen Zuthaten zu befreien/ ander-scirS in die Perioden Gleichmaß/ Anmuth/ Bewegung und Man-nigfaltigkeit zu bringen/ den Ausdruck dem verschiedenen Inhalteanzupassen. Daö Unternehmen war verdienstlich/ aber er verbandeS nicht mit der gehörigen Achtsamkeit auf die unterscheidendeEigenthümlichkeit der Idiome/ sondern indem er sich lediglichans Lateinische hielt / ließ er sich mit allzu auffälliger und ehr-geiziger Kunst die Abrundung des Satzbaus angelegen sein. Soerlangte er wohl Reichthum/ Fülle/ Wohllaut/ aber statt derneuen/ klaren und logischen Pros«/ wie man sie bei Dino undVillani findet/ führte er die kunstreiche Verflechtung der Ein-schiebsätze und der Versetzungen ein/ denen die neueren Sprachenwiderstreben/ während ihnen bei der Armuth von Desinenzen dieeinfache logische Syntax vorzugsweise zusagt*). So brachte erdie weise Sparsamkeit mit Worten/ die freimüthige und würdigeVertraulichkeit/ die edle Einfachheit in Verachtung. Eine gesuchteSchreibart ist immer schlecht/ aber jene pompöse gedunseneWeise verträgt sich noch um so weniger mit den von Boccacciobehandelten leichten Sachen/ wo gar häufig aus den Falten derstattlichen Römerloga die Mütze des Troubadours oder die Schel-lenkappe deS Gauklers hervorschaut. — Wir können darum vomStandpunkte deS Geschichtschreibers/ obgleich die alten und dieneuen Pedanten diesen AuSspruch für ketzerisch halten werden-nicht anders sagen, alS daß Dante die neue Zeit erschlossen hatte,Petrarca und Boccaccio aber sich nach dem Alterthum zu-rückwandrcn, daß jener erfand, während diese Nachahmer waren,daß diese auf dem Boden der Klassizität standen, jener bei derBibel beharrte, daß diese ihr Vaterland einschläferten, jener eserweckte.

Boccaccio's Nachahmer verschmähten die Natürlichkeit derIdeen und deS Ausdrucks, was eine der Ursachen, weshalb Jta-

») Baretti erklärt sich wider die Perioden, „welche drei Meilen Umfangbrauchen" und bemerkt, „Boccaccio's Sprache sei meistens vortrefflich,sein Styl aber meistens um so schlechter".