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Reden Cicero'S, die drei ersten Deeaden des LiviuS und ermachte sich's zur Aufgabe/ auch die übrigen aufzusuchen/ damitsie nicht wie Virgil durch der Menschen Sorglosigkeit verlorengehen möchten. Er erinnerte sich/ in seiner Kindheit die BücherVarro's //von den göttlichen und menschlichen Dingen"/ dieBriefe und Epigramme des Augustuö gesehen zu haben —Schriften/ die nicht auf unS gekommen sind. Was er am drin-gendsten von seinen Freunden verlangte/ das war irgend ein BuchCicero'S/ und er machte zu dem Ende Geldsendungen/ verbun-den mir inständigen Bitten / nach Frankreich/ Deutschland/ Grie-chenland/ ja biö nach Spanien und Britannien. Nichts kamseinem Entzücken gleich/ als er zu Lüuich/ einer ausschließlichmit dem Handel beschäftigten Stadt/ zwei Reden des großenOratorS/ »nd zu Verona (Vercelli?) seine vermischten Briefe(n«I kiuniIitu-68) entdeckte. Crotto besorgte ihm dann von Ber-gamo die Tusculaucn/ Naimondo Soranzo die Abhandlungüber den Ruhm, die er dem Convenevole lieh und die er nichtwieder sah/ ebenso wenig die Nachwelt. NicolauS SigeroSschickte ihm von Konsiantinopel einen Homer im Original. Boc-caccio kletterte auf den Böden der Klöster umher nach Hand-schriftcn, die er dan»/ der Ersparniß halber oder um der größerenGenauigkeit willen/ selber abschrieb. „ES erzählte mir — sagtBenvenuto da Jmola — mein ehrwürdiger Lehrer Boccaccioda Certaldv/ er sei ins stattliche Kloster des Monte Cassinogekommen und habe / begierig die Bücherei zu sehen / die manihm als sehr bedeutend geschildert / bcscheidentlich einen Mönchgebeten/ ihm die Bibliothek zu öffnen. Dieser aber wies auf einesteile Treppe und sagte kurz angebunden: Geht nur da hinauf/sie ist offen. Fröhlich kletterte er hinan und fand den Ort, derso großen Schatz beherbergte, ohne Thüre und ohne Schlüssel.Eingetreten, sah er, wie Gras in die offenen Fenster hineinge-wachsen und die Bücher wie ihre Gestelle mit einer dichten Staub-läge bedeckt waren. Ganz erstaunt begann er bald dieses, baldjenes Buch aufzuschlagen und fand deren viele seltene und altemit theils auSgerissenen Heften, theils abgeschnittenen Bändern,theils in sonstiger Weise verunstaltet. Betrübt zu sehen, daß dieFrüchte der Arbeiten und Studien hervorragender Geister in dieHände so grob unwissender Menschen gefallen waren, entfernte ersich mit Thränen in den Augen; und da er im Kloster einemMönche begegnete, fragte er ihn, wie es komme, daß so kostbare