Band 
Achter Band.
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selbst bildeten die Bücher/ welche Cardinal B essarion Venedigvermachte, „dieser von der Gerechtigkeit verwalteten, von denGesetzen beherrschten, von der Weisheit und Redlichkeit regierten,von Tugend, Ehrbarkeit und Rechtlichkeit bewohnten Stadt".Cosmo der Medici, der die Zeit seiner Verbannung in Ve-nedig verlebt hatte, überließ seine Bücher dem St. Gcorgsklostcr,wahrend seine Bücherei zu Florenz die Grundlage ward für dieLaurcntanische Bibliothek. Im Verhältniß seines Vermögenswetteiferte der Florentiner Nicolo Nicoli mit dem GenanntenalS Büchersammler und brachte 800 lateinische, griechische undorientalische Werke zusammen, die er selber vervielfältigte, indemer die von den Kopisten alterirren Texte neu ordnete und ver-besserte, weshalb er der Vater der kritischen Kunst genanntwurde. Er hinterließ seine Bücher zum öffentlichen Gebraucheden Dominikanern von St. MareuS, deren Bibliothek-den zukünf-tigen als Vorbild diente. Coluccio Salutati, dem gleich-falls die Verderbrheit der Handschriften sehr am Herzen lag,schlug vor, öffentliche Bibliotheken zu errichten. deren LeitungGelehrten anzuvertrauen, die im Stande wären, die besten Les-arten festzustellen. So vermochte er Robert von Neapel zurAufstellung einer Bibliothek, dem dann viele Herren nachahmten.— AlS berühmte Grammatiker jener Zeit werden genannt: derSicilianerGiov. AuriSpa (1369), Gcheimschreibcr Eugen stV,Giov. Malpaghino von Ravcnna (f 1459), der korrektesteSchriftsteller nächst Petrarca, Guarino von Verona (f1480),der an mehreren Orten lehrte, die Alten eommentiric und vielaber nicht eben glücklich auS dem Griechischen übersetzte. Dasvon Guglielmo da Pastrengo auS Verona, dem FreundePctrarca'S und Gesandten des Papstes, verfaßte bibliographi-sche Lexikon beweist eine ungeheure Belesenheit, enthält aber garviele Irrthümer, namentlich im Anhang, wo von den Gründernder Städte und den Erfindern die Rede.

Ambrogio vom Hause der Angeli Traversari, Gene-ral der Camaldulenscr, Freund Eugens IV und sein Legat inBasel,, übersetzte viele griechische Autoren und beschrieb seineeigenen Reisen (Hockepoiieon). FranceSco Barbaro beklei-dete hohe StaatSämter zu Venedig und diente dieser Republikauch als Gesandter. Er führte den Oberbefehl zu BreScia wäh-rend der Belagerung dieser Stadt durch Piceinino; trotz alle-dem fand er Zeit, sich mit literarischen Studien zu beschäftigen