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nur die Geschichte und Ideen des eigenen Volkes vortrugen undnur wenige aus Neugierde oder wegen ihrer Gelehrsamkeit auchdie fremden Nationen studirten, lernten die Schüler in den Schu.len der Neuerer eine von der ihrer Vater verschiedene Spracheund wurden mit den Gesetzen und gesellschaftlichen Verhältnissenfremder Länder bekannt gemacht; daher kam es, daß ihre ausder Gesellschaft geschöpften Empfindungen und Ansichten nichtmit denen der Schule in Einklang standen.
Durch das Studium der Alten reinigte sich die neuere Sprache,wurde dadurch aber auch nicht selten unnatürlich; der Geschmackverfeinert sich, aber die Nachahmung vertilgt die Originalität; mandachte mehr daran, die Bildung der alten kennen zu lernen, alsdie neu aufgekommene zu vervollständigen. Unter den Gelehrtenherrschten noch die Vorstellungen, Gedanken und poetischen Ge-setze früherer Zeilen. Kein Blitz des Genius, kein Schwung derBercdtsamkcit, um die damalige Verirrung zu beklagen, und dieneue Bildung würdig zu erheben. Ein noch größeres Unglückaber als das litterarische war, daß man die Empfindung vondem Worte, die Schrift von, Handeln, den Stil von, Gedankentrennen lernte. Jene Grammatiker, welche zu Magistraten, mei-stens zu Geheimschreiben, gewählt wurden, waren mit Ausnahmeeiniger weniger wie Salutati und Piccolomini, zu nichts alsParaderedenhalten tüchtig, in welchem sie sich nicht auf positivWichtiges beschränkten, sondern nur nach dem zielten, was sich ambesten lateinisch ausdrücken ließ; darum zogen sie auch den Re-publiken, worin ein schlichter, das Wohl des Volkes beabsichti-gender Magistrat an der Spitze stand, die Höfe vor, denn dafanden sie eine Zufluchtsstätte und konnten mit Redncreien Staatmachen. Sie beurtheilten auch die Welt nicht mehr, wie sie inWirklichkeit war, sondern, wie sie es mit den Autoren machten,nach dem Stile. Mit schönen Phrasen verdeckten sie die Tyrannei,rechtfertigten sie die Ungerechtigkeit und gewöhnten an Schmci-cheleien, welche Niemand ohne Erröthen, nicht einmal wenn ermit seinen Freunden spräche, geäußert haben würde. In denLeichenreden, welche sie beim Tode der Fürsten hielten, bebten sienicht vor unanständigen Erzählungen zurück und hüteten sich,eine Sache zu berühren, welche daran erinnerte, daß sie Ange-sichts des Altares redeten.