Band 
Achter Band.
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Begünstigung.

Derlei Studien konnten sich natürlich nur unter dem Schutzeder Großen erhalten, und dieser fehlte ihnen nicht; die kleinenTyrannen Italiens wetteiferten, wer am meisien die Gelehrtenbegünstigte, als wenn sie dadurch die Nachwelt zu täuschen gehofft.Robert von Neapel sagte einst zu Petrarca: „Ich möchtelieber ohne Diadem bleiben als ohne Wissenschaften"*). AufRo.berts Rath machte sich Petrarca auch an dc» Virgil und hieltReden bei gottesdienstlichen und gelehrten Verrichtungen. DieScaligcr gaben jedem, welcher einigen Werth hatte, eine Frei.statte. Von den beiden Carrarescn schickte Jacopo zwanzigjunge Leute auf die Pariser Schule, während Francesco zuArqua öfters Petrarca besuchte, welcher ihm auch seine „Ver.waltung der Republik" dcdizirte. Die Herzoge von Savoienstifteten die Akademie von Turin; viele auS der Familie von Estepflegten die Wissenschaften, am meisten Lionel, dessen Briefe zuden besten aus jener Zeit gehören. Von den Visconti grün.dete Otto Lehrstühle in Mailand, Luchino schrieb Verse,die selbst P e tra rca bewunderte, Giovanni ließ Vortrüge überDante halte», der finstere Philipp Maria sogar schmeichelteden Gelehrten, noch mehr aber sein Schwiegersohn Sforza,welcher dem fioreurinischen Architekten FranccöcoFilaretheS,dem Professor der Beredtsamkeit Bouino Mombrizio, demFranchino Filelfo, welcher zuerst eine Schule für Musikeröffnete, .dem Constantin Laskaris, der zu Mailand dieerste griechische Grammatik drucken ließ, und einer Menge andererGelehrten eine Zufluchtsstätte gab. AlphonS von Aragonließ sich immer irgend einen Klassiker vorlesen, wobei er danngelehrte Fragen zwischenei» warf; nicht einmal im Waffenlärmsetzte er die Lccture der Commentare Cäsars und deS QuintusCurtiuS auS. Eines Tages gebot er der Musik Schweigen, umungestört den Livius anhören zu können; den Grannozzo Ma-netti, welcher als Gesandter von Florenz bei ihm war, bcsol.dete er mit 900 Goldgulden jährlich; zu Fuße begab er sich zurUniversität, um die Professoren zu hören; die Zahl derjenigen,welche er mit Ehrenbezeugungen auszeichnete und in Schutznahm, ist ungeheuer. Als Julian von Majano starb, ließ erdessen Leiche von fünfzig feiner Vasallen in Trauerkleidern bc.

*) Op., Bd. III, 1253.