Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

923

Pöbel ist zerlumpt und schmutzig; lasterhafte Leute gibtS in Menge;wenige Frauen begnügen sich mit einem Ehemann. Die Adlichenverführen die Bürgcrfrauen, welche mit niederträchtiger und straf,barer Nachsicht ausgehen; die Töchter wählen ihre Männer, ohneihre Eltern zu befragen; die Wittwen heirathen vor Ende ihrerTrauer..." Was folgt, verschweigt man besser* *).

Orden von Deventer. 1340—84.

Gerhard Groote, auf der Pariser Universttät gebildet,gründete im Jahr 1376 einen Orden, dessen Mitglieder zusam-mcnlebten und wovon ein jedes gehalten war, mit seinen von Gottverliehenen Talenten der Gesellschaft zu dienen, sich und denArmen zu Nutz und Frommen. Wer für Handarbeit nicht ge.schickt war, legte sich auf die Wissenschaften und den Unterricht.Jedoch war es verboten, aus Eitelkeit vor einer großen Zuhörer,schaft zu reden, und ebenso eine Bezahlung anzunehmen, denndaS entehrt den uneigennützigen Adel der Belehrung. Bald ver.breitete sich jener Orden, welcher Frömmigkeit mit gelehrtenStudien verband, zwei Strebnisse jener Zeit, über ganz Deutsch,land und lehrte in den Klöstern, welche man die Klöster desSt. HicronimuS oder St. Grcgorius, oder der guten Brüder,oder des gemeinsamen Lebens nannte, Handwerke und Schön-schreiben. Draußen lernten sie Kinder armer Eltern Lesen undSchreiben und Handarbeiten; wieder andere wurden im Latein,im Griechischen, in der Mathematik, in den schönen Künsten,später auch im Hebräischen unterrichtet. Im Jahr 1433 zählteder Ordcn fünfundvierzig Häuier, dreimal so viel im Jahr 1460und 1474 legten sie eine Buchdruckerei zu Brüssel an.

Thomas von Kempen. 1380—1471.

ThomaS v. Kempen (Hämmerlcin), dcS Groote Bio.graph, brachte diese Methode nach St. Agnes in der Nähe vonZwoll; von hier aus gingen die Apostel der klassischen Studiennach Deutschland**). Thomas v. Kempen empfahl seinen

2 ) ^ensao 8ilvü Lpist. 6I.XV. Der Verfasser scheint ans angeborenemHaß gegen die Oesterreicher, welchen er mit allen Italienern theilt, geradedasjenige Beweisstück citirt zn haben, welches das schlechteste Licht aufden damaligen Zustand Wiens wirft.

* 2 ) Es waren fünf Westphalen, Moritz, Graf von Spiegelberg; R n-

dolph v. Langen, die Prälaten wurden, Antonius Lider, Lud-