Band 
Achter Band.
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Der Streit der Minoritcn war ein lange ausreichender/ er-gicbigcr Stoff für theologische Diskussionen/ die aber nicht seltenin Sophistereien auSarlcreten; wichtigere und tiefer einschnei-dende Fragen wurden jedoch auf den Conzilien von Basel undKosiniz ausgeworfen, wo wir in erster Reihe dem AeneaS Sylviusund dem Kanzler Gerson begegneten.

Das Buch van der Nachahmung Christi.

Einige wollen diesem letzten! daS berühmteste Buch des Mit.telalterö/ „Von der Nachahmung Christi"/ zuschreibe»/ wiederAndere bezeichnen als dessen Verfasser den Benediktinerabt Joh.Gerson von Vcrcelli (um 1240); eS ist aber nun fast bis zurEvidenz nachgewiesen/ daß der wirkliche Verfasser dieses asketisch,mystischen Werkes — das nächst der heil. Schrift die meistenAuflagen/ über 1800/ erlebte / in alle Sprachen übersetzt wurdeund viel dazu beitrug, die scholastische Dialektik um ihr Ansehenzu bringen — jener regulirte Augustiner Chorherr und Sub.prior Thomas von Kempen (Ha merken, Hammcrlein)zu Zwoll ist, den wir alö einen der Genossen der Schule vonGroot zu Deventcr und als des eben Genannten Biographenkennen lernten und welcher auch der Verfasser anderer trefflicherasketischer Schriften (8oliIo<juin, .kortolns rosnivnllus lilior.,üospitnlo ^nuzterum, (In solituiline et siloiitio, üvmiii vt cnntien.)ist. Für seine Autorschaft erklärten sich schon längst die Deutschenund Flamänder, indem sie sich dabei auf die alten Handschriftenstützten; denn eine derselben, die von 1441, schließt mit den Worten:länitus ot eornplotus Dtwinns n liiempis, und hat so vieleAuöstreichungcn und Veränderungen des Textes, daß man den.

Bibel. Jenes ist allen gemeinsam, nicht aber dieses, denn um es lesenzu können, muß man unterrichtet sein. Zudem kaun das Buch der Naturweder vermischt werden, noch verloren gehen, noch auch irrig ausgelegtwerden. Ganz anders verhält es sich mit der Bibel. Das eine wie dasandere Buch sind vom nämlichen Urheber ausgegangen; darum stimmensie vollkommen mit einander überein und widersprechen sich nicht. Einund derselbe Zweck, ein und derselbe Gegenstand; sie enthalten eine gleicheOrdnung, eine gleiche Belehrung. Nur darin weichen sie von einanderab, daß das eine auf Argumenten und Beweisen, das andere aus Ent-scheidung und Autorität beruht. Das eine stellt vorzugsweise den Ge-horsam dar, das andere stützt sich aus den thatsächlichen Zustand derDinge."