Band 
Achter Band.
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selben füglich für den ursprünglichen halten kann. Dem Tho-mas von Kempen wurde darum auch ohne Weiteres die ersteAusgabe von 1471, sowie die erste Ucbersetzung in's Italienischezugeschrieben und die Sorbonne sprach sich gleichfalls in diesemSinne auS*). Die Bestretter der Autorschaft des Thomas be-haupten dagegen, derselbe sei nur ein von den Brudern des ge-meinsamen Lebens zu Deventer angestellter Abschreiber gewesen,daß die gleichzeitige St. Agneü-Chronik von ihm sage: HeripsltLiblinm nostrom totnliter ot multos niios Iibros pro stomo etpro protio, und daß weder Liese Chronik noch irgend ein altesVerzcichniß seiner Werke die „Nachahmung" erwähnen. Man hatferner hervorgehoben, daß viele Stellen in diesem Buche an dasFranzösische oder Italienische erinnern**), ein Beweis, daß dessenVerfasser eine dieser Sprachen, nicht aber Deutsch redete. DieFranzose» bleiben daher dabei, die Autorschaft der „Nachahmung"ihrem berühmten LandSmann Ger so n zuzuschreiben, wobei siesich auf andere französische und italienische Ausgaben des 15. und10. Jahrhunderts, namentlich auf eine venerianischc Ausgabe von1483, berufen; dagegen ist jedoch einzuwenden, daß Gerson inDem eigenen Verzcichniß seiner Schriften dieses Buch nicht auf.führt, daß er ein mitten unter den Geschäften lebender Welt-Priester war, während der Verfasser der Imitativ offenbar einMönch, ein Liebhaber der Zurnckgezogenhcit und der stillen Samm.lung war. Bellarmin, Mabillon und die meisten Benedik-tiner nahmen Partei für Gerson, wobei sie sich namentlich aufeine sehr alte, seinen Namen tragende Handschrift und dann auchauf andere Handschriften berufen, die einer früheren Periode alsder von Thomas aKemp iS, und Gerson anzugehören scheinen.Eine Stelle (B. 1, Kap. 24), die als eine Anspielung aufDantegedeutet werden kann und demnach das Buch in'S 14. Jahrhundertversetzen würde, mag nur zufällig einen solchen Sinn haben***).

Eine Verfügung des Parlaments von, 16. Februar 1652 untersagte denBcnediklincr». Ausgabe» der „Nachahmung" mit dem Namen Gersendrucken zu lassen und gestattete zugleich den Augustiner regulirten Chor-herren, ihren Bruder Thomas v. Kempen als Verfasser zu nenne».

**) 8cientia «ins timore Del gniä inixortat? — resiste in xrinelpio in-vlinationi tu!« — vixilia «erotinn — Iwino pnskiionntun — vivcie «um»ob,» contra, inntibu« — timoratior in eunotis aotibns.

*»*) Der Handschrift von Arona, die sich auf der Turiner Bibliothek befindet,ist von einer gelehrte» Kommission ein Alter von fünf Jahrhunderten

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