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dcS Kurfürsten von der Pfalz, ging er für diesen 1498 abermalsnach Rom, wo er bei jüdischen und griechischen Gelehrten imHebräischen und Griechischen sich zu vervollkommnen trachteteund nach seiner Zurückkunft durch einen Regierungswechsel wie-der nach Schwaben kam. Er wurde von dem Kaiser und demKurfürsten zu einem der Richter des schwäbischen BundeS er-nannt und blieb elf Jahre in dieser Stellung. Dabei führte ereinen äußerst heftigen Streit mit Pfefferkorn, einem ehe-maligen Juden, und dem Professor der Theologie Hochstratenzu Köln wegen deS im Jahr 1509 erlassenen kaiserlichen BeschlSzur Verbrennung aller jüdischen Bücher, mit Ausnahme der Bibel,dessen Ausführung Rcuchlin durch sein Gutachten verhinderte;die Folge war, daß er von Hochstraten vor das Ketzergerichtgeladen, aber von Papst Leo X freigesprochen wurde. Eraö-muS, Hütten und andere Humanisten hatten für RcuchlinPartei genommen. Kaum hatte der Streit sich etwas abgekühlt,so mußte Reuchlin noch einmal Schwaben verlassen, weil seinHerzog Ulrich vertrieben wurde; Herzog Wilh c lm von Bayernstellte ihn an der Universität Jngoistadt als Lehrer der hebräischenund griechischen Sprache an, jedoch ging er 1521 der Pest wegennach Tübingen zurück, wo er kurze Zeit lehrte und 1522 zu Stutt-gart starb. Alö Philosoph steht er ziemlich vereinzelt, obgleichihn ein großer Kreis von Verehrern umgibt und er einen auS«gebreiteten Briefwechsel mir Cancoblacus, Ficin, Strah-ler, Pic'o, Bononiuö, Occo, KaiscrSbcrg, Pcutin.ger, Bebel, Brant, Ellenbogen, Stoffler, Rhena-nuS, Agricola, Dalburg, A. Minutiuö, Pirkhcimer,CuSpinianuS, Badianu 6, Questenberg, LaziuS, Spa-latinus u. A. unterhielt; seine Philosophie ist ein krauses Ge-brau auS Moses, HcrmeS, Zoroaster, JamblichuS, OrigeneS, Dio-uysiuö Areopagita, Pico, dem Talmud u. A., worin ihm Agrippaähnlich ist; dagegen hat er sich ein sehr großes Verdienst um dieHebung und Verbreitung des Sprachstudiums und Begründung einesbesseren Geschmackes erworben. Ueberhaupt von großartiger Ge-lehrsamkcit, während er zugleich die praktische Wissenschaft deüäußern Lebens und der Politik innc hatte, würde er für eineweise Reform in der Kirche haben viel thun können; statt dessenaber war er, wie überhaupt diese ersten Humanisten alle, einerder Hauvtbefördcrer der antikirchlichen Richtung, in deren Geistund Sinn die erster» Humanisten noch mehr unbewußt, die spä-