Band 
Achter Band.
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pflichtvergessene Bürger, nehmet Eisen und Feuer zur Hand undthut eurer bösen Neigung keine Gewalt an l Zertrümmert dieSchönheit eurer Stadt, vergießet das Bluc eurer Brüder, ent-äußert euch aller Empfindungen der Treue und Liebe, verweigertdem Bruder Dienst und Beistand. Säet aus die Lügen, welchedie Speicher eurer Söhne füllen werden. Verfahrt wie Sullain der Stadt Rom; MariuS machte in wenig Tagen wieder gut,was er alles Böseö gethan in zehn Jahren. Glaubt ihr, GottesGerechtigkeit sei nicht mehr? Aber auch die der Welt gibt Augeum Auge. Sehet zu, ob eure Vorfahren sich Lob erwarben fürihren Hader. Treibet Schacher mit den Ehren, die fie erwarben.Zögert nicht, Elende, denn Ein Tag des Krieges verzehrt mehr, alsviele FriedenSjahre gewinnen, und cö bedarf nur eines FünkleinS,um über ein großes Reich Zerstörung zu bringen."

Mit so edlen Gefinnungen, mit gesundem Urtheil und großerGewissenhaftigkeit verfaßte er sein Werk; um so mehr muß mansich darüber wundern, daß er sowohl seinen Zeitgenossen, denVil lani, als auch den Spätern bis fast auf Muratori unbe-kannt geblieben.

Die VHini.

Giovan Villani, ein florenlinischer Kaufmann, der zu denhöchsten Würden der Republik emporgestiegen, besuchte Romwährend des Jubiläums von 1300, und der Anblick seiner Denk-mäicr, die Beschäftigung mit Sallust, LiviuS, ValcriuS Maximus,Paulus Orosius, Virgil, Lucan und „andern Meistern der Ge-schichte", flößten ihm den Gedanken ein, die Geschichte seinerVaterstadt aufzuzeichnen, „um die Nachkommen durch die Erin-nerung und das Beispiel zu belehren, und zur Ehre Gottes unddes gottseligen heiligen JoanneS, zum Ruhme seiner Stadt Flo-renz". Er that dies in zwölf Büchern, in welchen er ohne Kri-tik die alten Fabeln aufnimmt, auch MalaSptni in langenStellen ausschreibt; aber sobald er auf seine Zeit kommt, stellter die Thatsachen in sehr lehrreicher Weise dar, wobei er sichnicht bloß auf die Geschichte der Vaterstadt beschränkt. Auf lite-rarische Bildung, ja auf eine grammatisch richtige Schreibartkann er keinen Anspruch machen, aber „die Verbindung der Worteist bei ihm einfach und natürlich; da entdeckt der Leser nichtsUeberflüsfigeS, nichts was blos Phrase wäre, nichts Gezwungenesund Künstliches, und doch ist diese Einfachheit voll jener Anmuth