Band 
Achter Band.
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Kritische Kunst.

Ebenso erwachte auch nun die kritische Kunst wieder/ undPetrarca war einer der Erste»/ der mit ihrer Hülfe einigeWerke ihren wahren Verfassern zuschrieb/ obgleich er hierin einige-male fehlgreift*), und die Unächtheit einest ihm von Karl IVzugesandten Diploms nachwiest, durch weichest Juliust Cäsar undNero Oesterreich aust der kaiserlichen Botmäßigkeit entlassen habensollten**). Er beklagt/ daß die Römer nichts wissen von dem/wast ste doch zunächst angehe und um einest elenden Gewinnestwillen die von den Barbaren verschonten kostbaren Ueberrcste zer-stören***). Um seiner Sorge für dieselben lobt er den Rienzo.

Welch großen Nutzen die Inschriften kür die Geschichte ge-währen/ hatten schon die Alten erkannt. Deren zu sammelnbeauftragte Nikolaus V den Pizzocolli, genannt CyriacusAnconitanus; zu dem Behufe bereiste derselbe Italic»/ Griechen-land, Ungarn und die von den Türken noch unberührten levan-tinischen Länder f). Auch Fra Giocondo von Verona sam-melte sehr viele Inschriften/ die er dem Lorenzo bei Mediciwidmece, jedoch nicht heraustgab. Andere Sammlungen sind nochvorhanden, auch solche, die sich auf einzelne Provinzen beschrän-ken. Girolamo Bologni war der Erste/ der die von ihmentdeckten Denkmäler mir Erläuterungen begleitete/ und so konntefortan die Geschichtschreibung auf die Gelehrsamkeit sich stützen.Biondo Flaviv/ Geheimschreiber Eugens IV, bediente sichder Archäologie/ um Licht zu verbreiten über die Gebäude, dieVerfassung, die Gesetze, die Ceremonien, das Kriegswesen destalten Rom (komm iastmirutW libri l!l. liomro triumMrmtislibi-i H) und beschrieb dann die vierzehn Regionen Italiens(Itrrliu illusti-ata); daß er jedoch dabei in viele Irrthümer ver-fiel, ist begreiflich. Man begegnet deren weniger bei BernardoRucellaj sä« urds liomn), dem großmüthigen Freunde derGelehrten, welcher bei seiner Vermählung mit einer Tochter desPier ds Mcdiei 37,000 Flor. austgab; in seiner prächtigen

») Senil. XV. 5.

**) Vamil. H. 4. IV. S.

Vamil. VI. 6; klart, »ä Xieol. k-anront.f) Seine Ausbeute an Inschriften ward im Jahr 1884 von Carlo Mo-roni herausgegeben und TiraboSchi gibt (Bd. VII, S. 298) einenausführlichen Bericht darüber.