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Wohnung versammelte sich die Platonische Akademie/ durch welchedie „Nuccclaj Gärten" berühmt wurden. — Der FlorentinerDomenico Fiocchi schrieb über die römischen Magistraturen.Pom ponio Leto (1425—97), ein unehelicher Sprößling deSHauses Sanseverino, wurde beim Anblick der alten Denkmäler zuThränen gerührt/ suchte deren bis an die Ufer deS Don auf undgedachte sogar Indien zu besuchen/ ward aber durch den Rathseiner Genossen in der Römischen Akademie, deren Haupt er war/von diesem Unternehmen abgehalten. AlS während eines Volks.aufsiandeS unter Sixtus IV (1484) sein Haus zerstört wurde/ging er „im HauSanzuge, il^ Pantoffeln und mit einem Stocke inder Hand fort, um sich bei den Obern zu beklagen (Infe ssu ra)"/er wurde jedoch reichlich durch seine Freunde entschädigt, die sichbeeilten, alle seine Wünsche zu erfüllen. Seine Bewunderungfür das Alterthum ließ ihn die Sitten und die Religion seinerZeit barbarisch erscheinen, so daß er für einen Ungläubigen ge.halten wurde.
Daß übrigens die Kritik noch in ihrer Kindheit war, zeigtuns Fra Annio von Viterbo, der im Jahr 1498 die Welt auf.zuklären suchte über den Ursprung der Völker durch sehr alteunbekannte Geschichten (Viiti^uitninm vnrinrum liln-i XVII),was Bruchstücke auS dem Chaldäer Berosus, Fabius Piccor, Myr.silos von LesboS, Scmpronius, Cato, MctaslheneS und vielenAnderen sein sollten. Unermeßlich war die Freude in der gclehr.ten Welt, der Name Annio's ward hochgepriesen und die Lite,ratorcn wetteiferten, ihre Schriften mit den kostbaren Entdeckungendes Mönches zu schmücken, und so kam unglücklicherweise gar vielFalsches und wenig Wahres in alle Stadt, und allgemeinen Ge-schichten jener Zeit. Jene Bruchstücke waren in der That nichtsals eine Täuschung, die sich entweder Annio selber erlaubte oderderen Opfer er gleichfalls war, denn die Sucht nach Alterthü-mern ward von gar Manchem mißbraucht.
Nachdem einmal die klassischen Muster gekannt waren, nahmdaS Ansehen und die Anzahl der Chroniken ab, und so verlorensich jene mitunter aberwitzigen, immer abgerissenen, immerhinaber interessanten, weil für die Zeit und Ansichten charakreristi.scheu Notizen. Der geläuterter gewordene Geschmack verlangte,daß auch die Geschichtschreibung ihre Schönheit habe; in diesemSinne bediente man sich nun häufig der lateinischen, seltener derLandessprache. In erster Reihe steht AeneaS SylviuS Pie-