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colomini von Siena, der die Geschichte Italiens von seinemGeburtsjahre bis zum letzten Jahre seines PontifikatS behandelte.Ein Jahrhundert später ward unter dem Autornamcn seines Ge-heimschreibers Giovanni Gobellino sein Werk gedruckt/ inwelchem man eine kräftige Beredtsamkeit nebst einer sorgfältigenBeobachtung der Charaktere und Sitten findet. Ein langer Auf.enthalt in Deutschland gestattete ihm, die Ereignisse Böhmensund die Schicksale Friedrichs III unter dem Titel einer ,/Ge.schichte Oesterreichs" zu erzählen. Er verfaßte außerdem eineKoSmographie oder Beschreibung Europa'S und KleinafienS undnoch andere Werke, von denen wir bereits geredet haben. SeinGeschichtswerk ward bis auf 1469 fortgesetzt von dem FlorentinerJacopo degli Ammanati, dem er als Papst den eigenenFamiliennamen, daS BiSthum Pavia und den rothen Hut verlieh.
Leonardo Bruno von Arczzo, zu Rom apostolischer Ge.heimschrcibcr, sah und schilderte die elenden Wirren dieser Stadt.Da er bemerkte, daß auf dem Köstlicher Conzil die päpstlicheParcei an Bode» verlor, fiüchtetc er nach Florenz, wo er Kanz.ler wurde und die Geschichte der Republik biS zum Jahr 1404schrieb. Der sorgfältige und seine Zeit genau kennende Schrift,steiler ward von den Großen mit Auszeichnung behandelt, von denFremden besucht. Er hinterließ auch Uebersetzungcn aus demGriechischen, mehrere Lebensbeschreibungen und für die Litcrar.geschichte seiner Zeit sehr wichtige Briefe.
ToSkanische Geschichtschreiber sind ferner Giovanni Caval.canti, ein Pedant, der feine schöne Muttersprache durch affee-tirte Latinismen entstellte, von Machiavel ausgebeutet, abernicht genannt wurde; Poggio, Bartolomeo della Scala,der zierliche Agnolo Poliziano u. A. Der gelehrte Buch.Händler Vcspasiano Bisticci schrieb alS Quellen sehr schätz,bare, im Style aber vernachläßigte Biographien vieler seinerZeitgenossen.
Zuerst (1316) versuchte sich in der venetianischen GeschichteAndrea Dandolo, ein trockener Erzähler, ohne Kritik für dieVergangenheit, ziemlich unparteiisch gegen die Zeitgenossen, sehrreich an Dokumenten. Marcantonio Coccio (gen. Säbel-lico) erhielt den neuen Titel eines Historiographen und Biblio-thekars von St. Marcus, nebst 200 Zechinen Jahrgehalt, umVenedigs Jahrbücher zu schreiben, was er aber nur in der flüch.