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Haube und einem fein polirten Stahlspicgel in goldenem Rah-men, um mit dessen Hülfe ihre Reize zu bewundern.
Christi na, Tochter des Tommaso da Pizzano, einesbolognesischen Astrologen, den Karl V in seine Dienste nahm,ward am französischen Hofe in der feinen Sitte erzogen und em-pfing eine höhere Bildung. Sie trat zuerst mit Dichtungen her-vor, die ihr, der schöne» Frau, vielen Beifall verschafften*). Hie-durch ermuthigc, nahm sie, als Wittwe ohne Vermögen, zu ihremTalente ihre Zufiuchr, und so verfaßte sie ein historisches Werk,„Wechsel des Glücks" betitelt, welches dem Johann ohneFurcht so sehr gefiel, daß er ihr den Auftrag gab, das LebenKarls V zu schreiben und zu diesem Zwecke ihr die StaatS.archive öffnete. Aber den Blick ungetrübt zu erhalten unter denblendenden Gunstbezcugungen der Fürsten mag wohl wenigenFrauen gegeben sein und Christine schrieb fast eine Lobrede, inder besten Absicht, die Wahrheit zu sagen. Man könnte jetzt nichtohne Ermüdung lesen, was damals so sehr bewundert wurde;doch aber beweist sie eine große dichterische Lebhaftigkeit, verbun-den mit einem feinen Verstände, einer zarten Empfindung undeinem kräftigen Geiste. Wunderlich lautet, daß sie sogar über dieKriegskunst schrieb, wobei sie Fron tinus und Vegetius, abermit Anwendung auf die neuern Systeme benutzte, „non in^epur urrvANnce mi pur solle prosompeion, mnis nämonestv <tevrrüo ulseetion et hon clesir äu tuen äes nobles lwnnnes enl'ot'stee tl'nrnies."
ConimineS. 1445—1509.
Alle diese Geschichtschreiber übertraf Philipp dc Commi.ncS, Herr von Argenton, Minister Karlö des Kühnen. AlsLudwig XL sich in der Gewalt dieses Fürsten befand, half ihmCommines aus der Klemme, überzeugt, daß der französischeMonarch den begangenen Fehler wieder gut machen, der Herzogvon Burgund aber keinen Vortheil daraus ziehen würde. InFolge dessen aus den Diensten eines stürmischen in die einessorgsam berechnenden Fürsten übergehend, ward er der VertrauteLudwigs, für den er in England und Savoyen, zu Florenzund Venedig unterhandelte, genau wissend, zu welchem Preise dieRäthe eines Königs, wie die Magistrale eines Gemeinwesens zu
ketitot, Aotiee siir I» vie et le» ouvr»xse äe Olirlstine äe kisrm.S « ntu, Weltgeschichte. VIII. 02