Band 
Achter Band.
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Wir verweilen nicht bei der Burgundischen Chronik des unter-richteten und freimüthigen George Chastelain, noch über-haupt bei der französischen Memoiren-Literatur jener Zeit, welcheGattung bereits damals von den Franzosen mit Vorliebe und mitGlück angebaut wurde und die stets viel Anziehendes haben wirdwegen des dem Menschen innewohnenden Geschmacks an Beson.verheilen, die zu etwas mehr als Gemeinplätzen und allgemeinenFolgerungen führen, wegen seiner dadurch genährten Freude ander Bosheit, und wegen der Genugthuung, die für die Eigenliebedarin liegt, daß wir dabei Aehnlichkeiten mit unS selber entdeckenund bei den Andern errathen, waS wir unter gleich bewandtenUmständen bereits empfunden haben.

Wir erwähnen noch deöOlivier dc laMarche, Page beiPhilipp dem Guten, und Fcldhauptmann unter Karl demKühnen. Er beschreibt umständlich, wie er die Dame seinesHerzens gekleidet sehen möchte, und seine Schilderungen werdenanziehend versinnlicht durch die Miniaturen, welche die betreffendeHandschrift in der Pariser Staatsbibliothek zieren. Der Ver-fasser läßt unS der Morgentoilette einer vornehmen Dame bei-wohnen. Sie schlüpft in Spitzcn.Pantoffeln auS schwarzem Sam-met, gefüttert mit rother Seide und mit einem blauen Bandegenestelt, darauf legt sie an ein feines Leinenhemde, einen aufder Brust, wo earmoisinrother Stoff durchscheint, offenen Rockaus weißem Damast, der um die Taille durch eine Schnur ge-halten wird, welche ein schwarzer Gürtel mir goldener Schnalleverdeckt; an diesem Gürtel hängt ein goldruchcner, mir Wollegestickter Beutel für Nadeln, eine kleine Börse aus Gold undPerlen, ein an einem Bande befestigtes Band; Schultern undBusen werden dann mit einer feinen weißen Jacke bedeckt. DieHaare werden derart geordnet, daß sie unter dem auS Gold undSeide gewirkten Schleier nicht zum Vorscheine kommen, außer-dem ist noch ein gleichfalls goldenes Band, dessen Schleifen überdie Schläfen herabhängen, um's Haupt geschlungen; den Halsziert ein großer Diamant. Nun legt sie ein Ueberkleid an auSGoldtuch von Venedig oder Lucea, verbrämt mit Hermelin, um-spannt von einem weiß, schwarz und roth emaillirtcn Gürtel, anwelchem ein Rosenkranz aus Chalkedon'schen Perlen befestigt ist.Endlich hat sie noch veilchenduftcnde Handschuhe, eine schwarz-sammtne, mit kleinen goldnen Sternen und Keuchen verzierte