Band 
Achter Band.
JPEG-Download
 

982

Die nächste erwähnenSwerthe spanische KönigSchronik beginntmit dem Tode H e i n r i ch S 111 und endet mit dem Tode Johannsim Jahr 1451. Sie ist zu verschiedenen Zeiten und von vcrfchie-denen Verfassern geschrieben, und zwar der Reihe nach vonAlvar Garcia de Santa Maria/ einem Unbekannten, demHauptdichter seiner Zeit/ Juan de Mena/ Juan Rodri-guez del Padron/ einem Dichter/ und Diego de Valera,einem Ritter und Staatsmann/ zuletzt und hauptsächlich vonFernan Percz de Kuzman/ einem Gelehrten/ Höfling undscharfsinnigen/ witzigen Sittenbeobachrer/ der Johann 11 über-lebte/ und wahrscheinlich die Chronik über die Regierung seinesHerrn so ordnete und vervollständigte/ wie sie auf Befehl KaiserKarls V bekannt gemacht worden. Durch diese ganze Chronikgeht eine wohlgeordnete/ urkundliche Erzählung der Vorgänge/wenn auch unstreitig von einigen Vorurtheilen und Leidenschaftender unruhigen Zeiten/ die sie behandelt/ gefärbt/ dennoch ftetS dieGenauigkeit ordentlicher Jahrbücher ansprechend und sich bestre-bend / den ernsten und würdigen Styl zu erreichen / der sich fürdie höheren Zwecke der Geschichte eignet. — Die Chroniken desEnrique; de Castillo und deö Alonso de Palen cia er-strecken sich über die Ncgierungözeit Heinrichs IV (1454—74).Die erstere/ einfach geschrieben, gibt nur eine trockene Erzählung,während die Chronik Palencia'ö/ der in Italien unter dendort vor Kurzem von den Trümmern deS osirömischcn Reichesangekommenen Griechen erzogen war/ in einem geschmacklosen undschwerfälligen Style abgefaßt ist. -- Nicht viel besser sind dieChroniken der Regierung Ferdinands und Jsabclla'S/ undnur zwei derselben verdienen besondere Erwähnung. Eine vonihnen verfaßte Andres Bernaldez/ der oft „der Pfarrer vonLoS PalacioS" genannt wird, weil er in dem Städtchen diesesNamenS Pfarrer war. Die Bestandtheile seiner Chronik aberwurden ohne Zweifel hauptsächlich in Sevilla, der benachbartenglänzenden Hauptstadt Andalusiens/ gesammelt/ bei dessen fürst-lichem Erzbischofe er Kaplan war. Seine Chronik, die, wie eSscheint, hauptsächlich weil eS ihm Vergnügen machte/ geschriebenwurde/ geht von 1488—1513. Sie ist ehrlich und aufrichtig undgibt die Züge seines Zeitalters treu wieder/ sowohl dessen Leicht-gläubigkeit und Frömmigkeit/ als auch dessen Neigung zu Aeußer-lichkeitcn. Sie ist wirklich eine solche Erzählung der Vorgänge/alS Jemand sie geben würde / der mehr wißbegierig hinsichtlich