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delnden deutlicher ausdrücken sollen, als die bloßen Thatsachenund der Lauf der Geschichte dies zu thun vermöchten. Mit dermehr als ein Jahrhundert älteren Chronik Alphons deS Wei.sen verglichen/ entbehrt sie den Reiz jener dichterischen Leicht,gläubigkeit, die sich an zweifelhaften Ueberlieferungen des Ruhmesmehr ergötzt als an jenen zuverläßigen Thatsachen / welche oftweder dem Rufe des Volkes noch dem Geiste der Menschlichkeitehrenvoll sind. Im Vergleich mit der Chronik F roissarts / dersein Zeitgenosse war, vermissen wir die ehrliche, aber etwas kin-dische Begeisterung, die mit ungemischtem Ergötzen und Bcwun-derung auf alle glänzenden Traumbilder des RitterthumS schaut,und finden, statt dieser, die durchdringende Einsicht eines erfah-renen Staatsmannes, der durch das Thun der Menschen hindurch-blickt, und wie CommineS, es durchaus nicht der Mühe werthhält, die großen Verbrechen zu verhehlen, mit denen er bekanntgeworden ist, iwenn sie nur verständig und mit Erfolg ins Lichtgestellt werden können. Wir bezweifeln daher nicht, wenn wirAyala'S Chronik lesen, daß wir einen wichtigen Schritt vorwärtsin der Art von Schriften gethan haben, denen sie angehört, unddaß wir anfangen, uns der Zeit zu nähern, wo die Geschichte mitstrengerer Genauigkeit die Lehre vortragen soll, welche sie selbstaus den bittern Erfahrungen der Vergangenheit erlernt hat. Esfindet sich in der Aufeinanderfolge der uns von ihm geschildertenScenen eine Umständlichkeit im Einzelnen, welche an Kraft jedeVerallgemeinerung übersteigt, und uns den Charakter des straf-baren Fürsten (Peter des Grausamen) lebendiger vorführt,als dies durch die glühendste Begeisterung der Dichtung oder Be-redtsamkeit hätte geschehen können. ES ist aber diese kühle undgeduldige Genauigkeit des ChronikenschreiberS, die auf seinereigenen Kenntniß der Vorgänge beruht, die Ayala'S Berichtenüber die hier unruhvollen Regierungen, unter denen er lebte,ihren eigenthümlichen Charakter gibt und sie unS in einem Styleschildert, der freilich minder lebendig und kräftig ist, als dereiniger früheren Chroniken des Königreichs, der aber deshalb ge-wiß einfacher, durchdachter und wirksamer für die eigentlichenZwecke der Geschichtschreibung lautet" *).
E) G. Tick n o r, Geschichte der schöllen Literatur in Spanien. Deutsch mitZusätzen von Nik. Heinrich Julius, Bd. I, Leipzig 1552.