Band 
Achter Band.
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Freising *). Otto I/der Große genannt, der zweiundzwanzigsteBischof von Freising, war der Enkel Heinrichs IV und derStiefbruder Konrads III, beides durch seine Mutter Agnes,Oheim Friedrichs I und der dritte Sohn des MarkgrafenLeopoldSdesHeiligenvon Oesterreich, von dessen acht Söhnennoch Heinrich Iasomirgott und Konrad, alS Bischof vonPassau und Erzbischof von Salzburg, Verfechter der Kirchcnzucht,in der Geschichte einen Namen haben. Solch edler Abkunft ent-sprachen würdig seine Tugenden und Geistcsgabcn. Zu Parisgebildet, lernte er hier die großen Meister der Philosophie undTheologie kennen, die damals Europa mit ihrem Ruhme erfüllten.Zum Probste von Kloster Ncuburg bestimmt, fesselte ihn jedoch aufder Rückreise von Paris das im Jahr 1115 gestiftete Cistercienser-kloster Morimour in der Champagne; er nahm hier im Jahr1126 mit fünfzehn glcichgesinntcn Freunden das OrdenSkleid,ward bereits 1131 Abt und 1137 auf den Stuhl von Freising be-rufen. Als er 1158 mit seinem Neffen Fricdrich 1, zwischendem und dem Papste HadrianI er schon früher eine Aussöh-nung bewirkt, gen Mailand ziehen wollte, wurde er von einerKrankheit befallen und zog sich nach Morimont zurück, wo erstarb. Wir besitzen von ihm zwei geschichtliche Werke, eine Chro-nik und eine Beschreibung der Thaten Friedrichs I in zweiBüchern. Die Chronik geht vom Anfang der Geschichte bis aufseine Zeit in sieben Büchern, an welche sich ein achtes mit derEschatologie schließt. Maßmann erklärt ihn zum Verfasser deShalbepischen Gedichtes „Heraclius", ohne daß seine Gründe dafürweder in sprachlicher Hinsicht noch in Bezug auf die Zeit derAbfassung des Gedichtes stichhaltig wären, obwohl Wirdemannsie alS triftig anerkennt*"). Einige kleinere philosophische Ab-

') Bergt. Bd. VH (Miltelalt. Bd. Ill), S. 673.

*') Theod. Wiedeniann, Otto v. Freisingen nach seinem Leben undWirken. Ein historischer Versuch. Freising, 1848. Dieser Monographiefehl! die geistige Auffassung und Charakteristik Otto's, während eine an-dere von Dr. Bonif. Hub er (Otto v. Freising, sein Charakter, seineWeltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossenals ihr Geschichtschreiber aus ihm selber dargestellt. München 1847) zusehr nach jener falschen Objektivität strebt, die an dürftige Kälte nnd anTrockenheit anstrebt. Bei aller Kürze genügender, namentlich in Bezugauf eine aus Otto's Schriften geschöpfte tiefere Würdigung desselben, istdie „Psychologische Charakteristik Otto's v. Freising. Ein Beitrag zur