Band 
Achter Band.
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Handlungen, von denen die in der Chronik und in den Seslis15-illerici vorkommenden philosophischen Excurse Bruchstücke zusein scheinen, sind verloren gegangen, ebenso eine Geschichte desHauses Oesterreich, die er abgefaßt haben soll. „Nicht allein dieChronik erlangte schnell solchen Ruf, daß Friedrich eine Ab-schrift davon begehrte, sondern Otto'S ganzes Leben und Wirkenwurde von den Zeitgenossen und der Nachwelt als ausgezeichnetanerkannt. Radewich (sein Freund und Schüler, Freising',scher Domherr) z. B. sagt: „An Gelehrsamkeit war er unter dendeutschen Bischöfen der Erste, oder doch der Ersten Einer, kundigder heil. Schrift, wie der alten Philosophie, deren Haupt Aristo.teleS er unsern Landen bekannt gemacht. Klug und gewandt, derSprache mächtig, unterhandelte er leicht in Sachen der Kirchemit Königen und Fürsten; den Fallstricken der Gegner wußte erstets zu eingehen und aus dem Munde seiner Widersacher ginger rein hervor." Aeneas SylviuS: „DaS ist lobenswert!) anOtto, daß er in seiner Erzählung von Bruder und Neffe, ob.wohl beide der Kirche feindselig waren, doch das erste Gesetz derGeschichtschreibung genau beobachtete und in seiner Darstellungweder die Verwandtschaft der Wahrheit, noch die Wahrheit derVerwandtschaft Eintrag that." RädernS endlich in der Lnvnrinpin: „Seine durch Geist, Gelehrsamkeit, Klugheit und Ruhmausgezeichneten Brüdcr übertraf Otto durch tiefe Religiosität."— Otto gehört mit zu den Koryphäen der Herrlichkeit deS Mit.tclalterS, so gut wie seine großen Zeitgenossen. Er für seinenTheil errang sich seine Bedeutung dadurch, daß er vor der gro-ßen Masse der Mitlebendcn, freilich durch Geburt und Talentehoch begünstigt, in die Reihe derjenigen sich stellte, welche durchSchrift und That ihr irdisches Dasein der Erreichung eineshöheren Zweckes widmeten, als die gewöhnlichen materiellen In.teressen des Lebens sind, daß er seine Kraft an Etwas setzte, waSihm noch erhabener dünkte, als selbst diese Auscrwählten erstreb,ten,' und daß er diese Kraft in rechtem Maße, also wohlthätiganwandte. An und für sich greift er freilich nicht so mächtig indas Schwungrad seiner Zeit, wie sein großer Neffe Friedrich,nicht einmal so wie sein Lehrer Abälard. Seine Ansicht von

Geschichte der Philosophie und Historiographie des Mittelalters vonDr. Ludw. Lang (vissertatio inauxuralls). Augsburg, 1852.

D. B.