Band 
Achter Band.
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Fünfundzwanzigstes Kapitel.

Schöne Literatur

in /rankreich, Spanien und Portugal, Deutschland,England und Skandinavien.

Französische Literatur.

Obgleich die französischen Könige die Studien begünstigten,und Schulen, Bibliotheken, Universitäten stifteten, so bietet dochdie französische Literatur dieses Zeitraums keine einzige hervor,ragende Erscheinung dar und die Hervorbringungen dieser Zeitsind, mit Ausnahme der geschichtlichen, vergessen. Das müssigeLeben des AdclS hatte den Sinn für die Nomandichtungen ge.weckt, die in Versen abgefaßt waren, damit die Trouvere sieleichter im Gedächtnisse behielten, denn das Lesen war eine garseltene Kunst; später wurden sie zur Bequemlichkeit der Herrenin Prosa umgearbeitet. Zwischen 1462 und 1520 wurden 245Ritterromane gedruckt, viele darunter allegorischen Inhalts imschlechten Geschmack des Romanö von der Rose, ohne seine Schön-heiten. Aber wie bekannt und beliebt sie waren, beweisen diebeständigen Anspielungen, die Maskenspiele und dramatischenVorstellungen, deren Inhalt man ihnen entlieh. Auch die F a.bliaux mußten sich die Umarbeitung in Prosa gefallen lassen;daher die vielen Sammlungen von Erzählungen. Der DauphinLudwig ließ die Hundert Novellen sammeln, „die sehr un.terhaltend zu erzählen sind in allen guten Gesellschaften, um dieMunterkeit zu erhalten"; der Dauphin selber, der Herzog vonBurgund und die Großen deS Hofes spielen darin eine Rolle;obgleich vorwiegend schlüpfrigen Inhalts, wurden sie doch inGegenwart der Damen erzählt.

Die Fabliaux bezeichnen übrigens einen Fortschritt der fran-zösischen Sprache, indem nun die Formen der Langue d'oc unddie lyrischen Weisen in dieselbe eingeführt wurden. Herzog Karlvon Orleans verdankte seiner Mutter, Valcntine von Mailand,die Feinheit des Geschmacks, die ihn vor seinen zeitgenössischenLandsleuten auszeichnet. Von der sterbenden Mutter beschworen,