Band 
Achter Band.
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nach besten Kräften, den Faden der Erzählung weiter." Von denKaiser- und Papstgrschichtcn ist keine berühmter als die des Mar-tinus Polonus aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts,ein Buch, das eine fast unglaubliche Verbreitung in ganz Europagefunden und diese Geschichten, die statt der wahren Geschichtegegeben sind, zur allgemeinsten Kenntniß gebracht hat. PolonuSwidmet jedem Kaiser und Papst so viel Zeilen, als je einer Jahreregiert. In diesem Fabelgewirr läßt sich doch ein Fortschrittnachweisen: im auftauchenden Gebrauch der deutschen Sprache,im Abkommen der engen Chronikenform und namenlosen Zeit-bücher; auch beginnen Weltliche, Staatsmänner, Hofleute, Stadt-schreiber sich des geschichtlichen Stoffes zu bemächtigen. Fernerwerden allmälig die HülfSwissenschaften der Geschichte in denKreis der Bearbeitung gezogen, so Geographie, Kartenzeichnen —der Mainzer Domherr Heinrich zeichnete eine Karte für KaiserHcuirich V, der Verfasser der Kolmarcr Jahrbücher eine solcheauf zwölf Pergamenthäuten —, sogar Ethnographie, denn Adamv. Bremen, Thielmar, Otto v. Freising, der FrieseCmo begannen bereits Länder zu beschreiben. Eigentliche Retse-beschreiber sind Pctachin, Willebrand, Burhard, RuiS-broek, Wilhelm, Frameinsperg, Peter, Hcse, Schilt-berger. — Im Ganzen und Großen zeichnete sich bereits diedeutsche Geschichtschreibung vor der anderer Länder aus durchAnzahl der Arbeiten, durch umfassenden, auch Fremdes betrach-tenden Geist, Lurch Mannigfaltigkeir, durch Vergeistigung deSStoffes. Vielleicht, sagt Waitz , stehen einige der Nachbarländerin diesen Zeiten gegen Deutschland nicht zurück; auch Frankreich,Italien sind reich an wichtigen geschichtlichen Werken; Englandhat ihrer in nicht geringer Zahl auszuweisen; Dänemark denSaxo, der für Viele gilt und in Darstellungökunst den meistenZeitgenossen voransteht. Aber in Deutschland ist der Sinn fürgeschichtliche Arbeiten gleichmäßiger verbreitet, in allen Land-strichen und zu den verschiedensten Zeiten findet er sich; unter denSachsen, unter den fränkischen und wieder unter den Hohenstau.fen sind tüchtige Kräfte auf diesem Felde thätig gewesen, und dieWerke, die uns vorliegen, zeigen, bei aller Gemeinsamkeit in denGrundzügen, doch eine größere Mannigfaltigkeit der Ausbildung,auch der Auffassung und Darstellung, als eS anderswo der Fall ist.